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Gailingen Hegau-Echo: Klinik Schmieder kämpft gegen Windkrafträder

In unmittelbarer Nähe zu dem Rehabilitationskrankenhaus in Gailingen ist der Bau von großen Windkrafträdern geplant. Für die Klinik Schmieder allerdings könnte dies das Aus bedeuten. Gesellschafterin Heike Schmieder-Wasmuth sowie die ärztlichen Leiter Gerhard Rothacher und Roger Schmidt verdeutlichen dem SÜDKURIER Hegau-Echo ihre Argumente gegen die geplante Windkraft im Hegau.

Der Gailinger Gemeinderat wird am kommenden Donnerstag nicht wie geplant über die Aufstellung von Winderädern auf dem Rauhenberg entscheiden. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des projektbegleitenden Ausschusses Windkraft am Dienstagabend. Heike Schmieder-Wasmuth, Gesellschafterin der Kliniken Schmieder Gailingen, freut sich darüber: "Es besteht in der Angelegenheit keine Eile", sagt sie, "es muss erst zum 31. Dezember eine Entscheidung gefallen sein." Die Kliniken Schmieder setzen sich nachdrücklich gegen eine Platzierung der Windkrafträder auf dem Rauhenberg in der Nähe ihrer Gebäude ein. Gerhard Rothacher, Ärztlicher Leiter des Hauses, erklärt: "Hirnverletzte Patienten sind sehr sensibel, durch den Stroposkopeffekt durch die Rotoren kann im Gehirn ein Chaos entstehen. Das kann fotosensible Epilepsien auslösen."


Die Kliniken befürchten, dass Patienten, die für den Ort ihrer Reha ein Wahlrecht haben, fernbleiben und das Haus dadurch unrentabel wird. Im schlimmsten Fall droht die Schließung. Roger Schmidt, ebenfalls Ärztlicher Leiter: "Wir haben hier heilende und heile Natur. Wir stehen grundsätzlich positiv zur Windkraft, doch wir wollen Menschen heilen und rehabilitieren. In diesem Fall schließt auf diesem engen Raum das eine das andere aus." Bürgermeister Heinz Brennenstuhl stärkt Schmieder-Wasmuth den Rücken: "Die Einschätzung der Kliniken, das Image der Gemeinde wird über Rehabilitation, Tourismus, Natur, Landschaft, Naherholung, Ruhe und Infrastruktur wahrgenommen, teile ich. Dieses Image gemeinsam weiter zu pflegen, halte ich für unsere wichtigste kommunale Aufgabe. Schließlich heißt der Slogan der Gemeinde: Leben, Erholung & Gesundheit." Die Befürworter der Windkraftanlagen möchten mittelfristig doppelt so viel Strom produzieren wie die Stadt benötigt und rechnen ab 2014 mit einem Gewinn von bis zu zwei Millionen Euro.

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