Singen Gemeinderat sieht den Wald hinter den Bäumen

Vor der Entscheidung über die Perspektiven des Gemeindewaldes bekommen die Gailinger Gemeinderäte Informationen und eine fachkundig angeleitete Begehung.

Ein Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume. Viele Menschen haben eine besondere Beziehung zu ihm, er kann beruhigen oder einen Gemeinderat mit seiner Komplexität ins Staunen bringen. So geschehen im Gailinger Gemeindewald, den die Verantwortlichen begingen, da die Entscheidung über das Nutzungskonzept für die nächsten zehn Jahre ansteht. Zugegebenermaßen ein kurzer Zeitraum für einen Forst, weshalb die Entscheidungen eigentlich eine Wirkungszeit betreffen, die sich eher über Generationen erstreckt.

Zurzeit befindet sich die bewaldete Gegend um die Gemeinde Gailingen in einem guten Zustand, befand Rainer Wendt vom Regierungspräsidium Freiburg. Er präsentierte dem Rat die Ergebnisse einer detaillierten Bestandsaufnahme. Diese beinhaltete zum Beispiel die genauen Verteilungen nach Baumarten sowie welche Gebiete wovon dominiert werden. "Die Altersklassen und Baumarten liegen nahe an der idealen Verteilung, sie können ruhigen Zeiten entgegensehen", fasste er zusammen. Nur das Eschensterben bereitet Sorgen. Mangels Methoden zur Bekämpfung des auslösenden Pilzes werden ihm wohl noch viele Bäume zum Opfer fallen.

Auch wirtschaftlich ist die Situation stabil, ein durchschnittlicher Überschuss von 20 000 Euro verspricht die Kosten weiterhin zu tragen. Dabei sei aber auch der Erholungsfunktion Sorge getragen worden, man hätte den Wald noch wirtschaftlicher gestalten können, was aber nicht erwünscht war. Diese Nutzung betonte auch Bürgermeister Heinz Brennenstuhl. Es sind dafür allerdings keine Ausgaben vorgesehen: "Wir wollen nicht drauflegen", stellte er klar. Eine Abkehr vom Wirtschaftswald komme nicht in Frage.

An drei ausgewählten Stellen, die den Wald und seine Entwicklungen am besten repräsentieren, bekamen die Gemeinderäte die Möglichkeit, die Erläuterungen selbst nachzuvollziehen. Revierleiter Christoph Wimmer und Bernhard Beinhofer vom Kreisforstamt führten sie mit Rainer Wendt durch den Wald und seine Entwicklungen. Und sie bekamen die Möglichkeit, die praktische Arbeit selbst auszuprobieren und sich an der Auszeichnung der Bäume in einem Waldstück zu versuchen, das bald durchforstet wird.

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