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Gailingen 2000 Meter Abstand zu Windrädern beruhigt Klinikleitung nicht

Der Wind weht nicht nur in Gailingen, sondern auch in Gottmadingen. Die Kliniken Schmieder wollen die Aufnahme des Amannshölzle in die Überprüfung von geeigneten Flächen – sogenannten Vorrangflächen – für die Ausweisung von Windenergie einbezogen wissen.

Die Windhöffigkeit des auf Gottmadinger Gemarkung liegenden Höhenzugs zwischen Bietingen und Randegg sei zwar schlechter als die des Rauhenbergs. Dieser Standort weise aber im Gegensatz zum Standort Rauhenberg kaum Konfliktpotential auf. Mit diesem Antrag wird sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung beschäftigen müssen.

Dem Antrag von Heike Schmieder-Wasmuth in der jüngsten Sitzung des Gailinger Windkraft-Ausschusses war die Vorstellung des derzeitigen Planungsstandes innerhalb der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinden Gottmadingen Büsingen und Gailingen vorausgegangen. Die Verwaltungsgemeinschaft konzentriert sich nach den Worten des Gottmadinger Ortsbaumeisters Florian Steinbrenner bei der Ausweisung von Vorrang-Gebieten für Windenergie-Anlagen jetzt nur noch auf den östlichen Rauhenberg.

An diesem Entschluss könnten allerdings die Ergebnisse der vor kurzem angelaufenen artenschutzrechtlichen Prüfung noch Veränderungen erbringen. Grundlage der Entscheidung für den Rauhenberg seien die ersten Ergebnisse des von den meisten Kommunen und Planungsverbänden im Kreis und vom Regionalverband beauftragten Gutachter-Büros Hage, Hoppenstedt und Partner gewesen. Bei der jetzigen, neuesten Planung habe man den Abstand zu den Kliniken Schmieder auf 2000 Meter erweitert.

Heike Schmieder-Wasmuth brachte zum Ausdruck, dass auch eine größere Distanz die Klinikleitung nicht beruhige. Sie betrachtete die gegenwärtige Planung als deutlich zielorientiert, und nicht – wie rechtlich gefordert – als ergebnisoffen. Die Kliniken Schmieder, so betonte die Tochter des Klinikengründers und Gesellschafterin ein weiteres Mal, seien gegen Windkraft auf dem östlichen Rauhenberg.

Der dortige Erholungswald sei Teil des Therapie-Konzeptes der Reha-Einrichtung. Mögliche negative Auswirkungen von Windkraftanlagen auf die Patienten durch Schall, Infraschall, Schattenwurf und Stroboskopeffekt seien nicht auszuschließen. Letztendlich werde durch Windenergie-Anlagen die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens gefährdet. „Wenn die Patienten wegbleiben, kann keine Garantie für den Erhalt der Klinik und der rund 300 Arbeitsplätze gegeben werden“ brachte Schmieder-Wasmuth den festen Standpunkt der Kliniken zum Ausdruck.

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