Besser hätten die Bedingungen beim Höri-Umzug in Horn nicht sein können: Schönes Wetter, gute Laune bei den mehr als 1000 Umzugsteilnehmern und viele Besucher.
– „Jetz Höri uff“: Der Spruch findet sich auf der Rückseite der Horner Kirche mit Blick über den Untersee. Der viel zitierte Spruch, den der Herrgott einst nach der Erschaffung der Höri von sich gegeben haben soll, hätte gestern genauso gut fallen können. Bei echtem Kaiser-Winterwetter kamen zahlreiche Besucher und Freunde der Straßenfasnacht auf die mittlere Höri, um Zeugen des Höriumzuges zu werden. Zusammen mit den mehr als tausend aktiven Narren der neun Zünfte von der Höri verwandelten sie den Gaienhofener Ortsteil in ein echtes Narrennest.
Der Umzug wurde ein letztes Mal unter der Regie von Heufresser-Präsident und Alefanz Karl Amann in Horn veranstaltet – das Unikat von der mittleren Höri hat bereits seinen Rückzug vom Präsidenten-Posten angekündigt. Die Ehrentribune am Rande des Umzuges, vor der die Zünfte kurz innehielten, war dünner besetzt als in den Vorjahren – es fehlten unter anderem Bürgermeister Uwe Eisch und seine Frau. Der Schultes hatte sich nach der verlorenen Bürgermeisterwahl in Hilzingen von den Festivitäten im Ort entschuldigen lassen.
Dabei ist ihm durchaus etwas entgangen. Dank des tollen Wetters und der guten Laune der Narren herrschte ausgelassene Stimmung auf und neben der Straße. Die neun Hörizünfte hatten sich auch in diesem Jahr wieder einiges einfallen lassen und etliche originelle Kostüme entworfen. Bei den Leitthemen der Zünfte handelte es sich zum großen Teil um Fantasiegebilde, manche griffen aber auch höritypische Themen auf. Nach gut einer Stunde hatten die mehr als tausend Umzugsteilnehmer den kleinen Rundkurs durch den Ort zwei Mal absolviert.
Anschließend war das Festtreiben noch längst nicht zu Ende. In den verschiedenen Beizen und im eigens aufgestellten Festzelt vergnügten sich die Besucher noch einige Stunden bis in den Abend hinein. Spätestens in der nächsten Woche übernehmen die Narren dann endgültig die Macht. Am Donnerstag werden die Rathäuser gestürmt und die Bürgermeister vorübergehend ihrer Macht enthoben.