Gaienhofen Käfertaler sprühen vor Ideen
Ein Indischer Tanz setzte den farbigen Schlusspunkt eines erfolgreichen Narrenspiegels. Bild: Melsbach
Eigentlich war es wie immer beim Narrenspiegel der Käfertaler. Die Alte Schule war lustig dekoriert und prall gefüllt mit bunt kostümiertem Narrenvolk. Trotzdem war es heuer ein wenig anders als bisher, denn mit Ralf Schaufler stand der neue Narrenpräsident der Zunft zum ersten Mal in der Bütt. Um es gleich vorweg zu sagen: Er hat seine Sache gut gemacht, obwohl seine Zuhörer im Saal zu Beginn leicht staunten über den unüberhörbar rheinischen Zungenschlag des neuen Präsidenten. Er ist ein bekennender Düsseldorfer, der zudem noch in Wangen wohnt – da, wo man, wie man hierherum weiß, ebenfalls eine gewöhnungsbedürftige Sprache pflegt. Sei's drum, der Auftakt ist dem neuen Präsidenten bestens geglückt und er konnte seine närrische Begrüßung verschmitzt mit besonderen Nettigkeiten in Richtung der Nachbarn jenseits der Dorfgrenze würzen: Freundliches für die lieben Gaienhofener, spöttische Grüße zu den Heufressern nach Horn, und ebensolche an die hintere Höri.
Solchermaßen vorbereitet, konnte das närrische Programm beginnen, und die Käfertaler legten los. Zwei kesse Mädels (Nadine und Michaela) führten charmant durch das Programm, das von drei kleinen Tänzerinnen mit flotten Rhythmen eröffnet wurde. Zwei bewegliche und stimmgewaltige Puppen als Höri-Duo brachten mit ihren Höri-Song „Mir sind vu de Höri, do blieb i au, des schwör i“ das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen. Wer glaubt, dass schlichte Röhren einfach als Baumaterial oder eventuell für den Sperrmüll taugen, der hat die Käfertaler „Röhren-Trommler“ noch nicht gehört.
Was die vier Musikanten auf ihren futuristisch anmutenden Instrumenten an rhythmisch krächzenden Tönen zustande brachten, war staunenswert und lustig – sogar Klassisches von Grieg und Beethoven war zu erkennen. Nun kam noch einmal der neue Präsident mit einer Büttenrede zu Wort, die Weltpolitik und Dorfpolitik scharfsinnig zusammenmischte. Drei Fliegende Käfer erbrachten mit akrobatischen Kunststücken eine sportliche Glanzleistung – ein atemberaubender Spaß.
Ihr Erscheinen wird jedes Jahr erwartet und ist im Käfertal bereits Kult: „Die Zwei uf Eck“ (Rudolf Hasenfratz und Gerd Lenhart) erzählen im Zwiegespräch ganz einfache Geschichten aus dem Dorfalltag, aber dies auf eine unnachahmliche Art, hintersinnig und mit trefflichem Narrenwitz. Was schlicht als „Frauen-Power“ im Programm angekündigt wurde, entpuppte sich als eine tolle Bühnenshow. Mit witzigen Ideen, einer Menge Komik und originellen Spielszenen zeigten die Käferfrauen, wie viel Talent und Einfallsreichtum in ihnen steckt. Viel Beifall gab es für diese gelungene Darbietung und auch für die komische Gruppe mit riesigen Zylinderhüten über lachenden Gesichtern. Danach gab es noch ein lustiges Wortspiel, bei dem der Buchstabe G Anlass für eine „Günstige Gelegenheit“ bot, bevor die Hänsele-Gruppe mit einem anmutigen indischen Tanz den optischen Höhepunkt setzte. Die Akteure vor und hinter der Bühne haben wieder für einen großartigen Narrenspiegel im Käfertal gesorgt, das Publikum war begeistert.
