Ein gemeinsames Tischtennisturnier von Jugendlichen und behinderten Menschen lässt Berührungsängste schwinden
Gaienhofen – Im Rahmen der Caritas-Kampagne „Kein Mensch ist perfekt“ fand in der Höri-Halle in Gaienhofen ein Tischtennisturnier für und mit behinderten Menschen statt. Das Turnier wurde gemeinsam mit dem Turnverein Gaienhofen organisiert. Sieben freiwillige Jugendliche aus dem Verein bereiteten die Höri-Halle vor, spielten gemeinsam mit den behinderten Menschen oder gaben Hilfestellung beim Erlebnisparcours, der als Ergänzung zum Tischtennis-Turnier angeboten wurde.
Die eigentliche sportliche Leistung stand dabei im Hintergrund. Es wurden auch keine Siegerurkunden ausgegeben, sondern Erinnerungsurkunden. „Es geht uns hauptsächlich um den Abbau von Grenzen für alle Teilnehmer. Sowohl für die Jugendlichen als auch für diejenigen, die in irgendeiner Form beeinträchtigt sind“, erklärte Stephan Kempf vom Caritas-Verband Singen. „Vielleicht wird dadurch auch bei dem ein oder anderen das Interesse für das Vereinsleben geweckt“, fügte Kurt Mersch, Vorsitzender des Turnvereins Gaienhofen, hinzu. Durch diese Veranstaltung sollen Abwechslung in den Alltag gebracht und nachhaltige Impulse für Freizeitgestaltung gegeben werden.
Dieses Ziel wurde erreicht – zumindest für einen Tag. Die Teilnehmer mit unterschiedlicher Behinderung kamen aus Singen und aus Stockach. Meist sind sie in ihren Einrichtungen unter ihresgleichen, aber bei dem Turnier war ihre Freude und Aufregung nicht zu übersehen.
Auch die Jugendlichen verloren nach und nach ihre Scheu. Sie erklärten, gaben Hilfestellung und spielten dann gemeinsam. Allerdings wurde der Erlebnisparcours mit Rollbrett-Fahren, Wurfspielen und Schaukeln zur Hauptattraktion und das Tischtennis geriet etwas in den Hintergrund, was aber der Zielsetzung der Veranstaltung nicht im Wege stand – im Gegenteil. Durch die Bewirtung des „Seehörnle“, welches ebenfalls integrativ arbeitet, wurden weitere Bedürfnisse abgedeckt, so dass alle Beteiligten rund um zufrieden waren.