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Engen Zöllner bremsen Hilfsaktion aus

09.08.2012
Engen -  Die Lager sind bis unters Dach mit Hilfsgütern gefüllt, Transporter und Projekte stehen still – eine Situation, die es so bei Pro Humanitate noch nie gab. Seit zwanzig Jahren gibt es den Verband, der die Linderung der Not in Krisen- oder Katastrophengebieten zum Ziel hat.

Das Lager von Pro Humanitate platzt mit Hilfsgütern im Wert von 350 000 Euro aus allen Nähten. Die Hilfstransporte laufen mittlerweile wieder.  Bild: Julian weber

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Hauptschwerpunkt ihrer Arbeit ist die Republik Moldau.

Anlass war eine Hilfslieferung für einen Kindergarten im Grenzort Pirjolteni. Der Transport mit Sanitärkeramik, Kleidung und Waschmittel im Wert von 30 000 Euro wurde am moldauischen Zoll festgehalten. Der Bürgermeister der Gemeinde musste 2500 Moldauische-Leu Lizenzgebühr für das Waschmittel bezahlen. „Dieses Vorgehen der Zollbehörden ist unzulässig und fußt auf keiner Rechtsgrundlage“, erklärt Dirk Hartig, Vorsitzender von Pro Humanitate: „Wir haben die sofortige Rückzahlung der Lizenzgebühren an den Bürgermeister und der uns entstandenen Kosten gefordert. Bis dahin wurde eine Blockade aller Hilfsmaßnahmen verfügt“, so Hartig, der seit 1989 in der Republik Moldau humanitär tätig ist. Mittlerweile ging eine Entschuldigung des Parlaments der Republik Moldau bei Pro Humanitate ein. Die Rückzahlungen wurden veranlasst und gegen die Zöllner wurden rechtliche Schritte eingeleitet.

Durch solche Konflikte und Boykotte innerhalb der Behörden entstehe der Anschein, die Republik Moldau habe humanitäre Hilfe aus Deutschland nicht mehr nötig. Leidtragend sei allerdings die Bevölkerung, die in den nächsten Monaten wahrscheinlich mehr Hilfe benötigt, als es ohnehin schon der Fall war, so Hartig. Seit Mai ist Regen ausgeblieben und die Temperaturen liegen fünf Grad über dem Durchschnittswert. Pflanzen, die die Trockenheit überlebt haben, werden durch Insekten zerstört. „90 Prozent der Felder auf dem Gebiet der Republik Moldau sind von der Trockenheit betroffen“, schildert die Pro Humanitate-Mitarbeiterin in Moldau, Cristina Grossu-Chiriac, die dramatische Lage vor Ort. Auch Hartig ist derzeit wieder in Moldau und koordiniert die Hilfsarbeiten vor Ort, die jetzt wieder anlaufen.

„Die Bedürftigkeit in Moldau ist sehr groß. Die Ernte in diesem Jahr wird sehr schlecht ausfallen, Sorgen machen uns die Saatgutprojekte, die durch die Trockenheit an Wirkung verlieren. Der Hunger wird unsere Arbeit über den Winter prägen“, macht sich Hartig Gedanken um seine Arbeit in der Republik. Vergangene Woche konnten wieder zwei Transporte mit Hilfsgütern starten.

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