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Engen Windstrom aus dem Hegau

Solarcomplex stellt Gebiete zur Windkraftnutzung vor. Stettener über Flächennutzungsplan informiert. Artenschutzabkommen bis Jahresende erwartet.

Das Thema Windkraft im Hegau ist schon lange kein Projekt mehr, bei dem Einzelne über Baumaßnahmen entscheiden. Seit nunmehr vier Informationsveranstaltungen für die Bürger der Gemeinden Hilzingen, Tengen und Engen entscheiden die Funktionäre und Bürger zusammen über die Zukunft der Windkraft im Hegau. Nun kam es in Stetten zu einer Veranstaltung speziell für die Anwohner des Ortes. „Ich freue mich, dass die Informationsveranstaltungen angenommen werden, damit wir eine geeignete Lösung für jeden Standort finden können“, sagte der Engener Bürgermeister Johannes Moser, der sich den Fragen der Bürger stellte. In der Gemarkung Stetten befinden sich mehrere Standorte, die für die Nutzung von modernen Windkraftanlagen ausgewählt wurden. „Noch ist nichts endgültig, da wir noch auf das Artenschutzabkommen des Landratsamtes warten müssen“, erklärte Bene Müller, Vorstand der Solarcomplex AG, der den Bürgern die Pläne veranschaulichte. „Insgesamt sind sechs Standorte ausgewiesen worden, die aber nicht alle optimal geeignet sind“, so Müller weiter, der darauf verwies, dass durch das Artenschutzabkommen noch erhebliche Änderungen eintreten könnten.

In direkter Nähe zu Stetten befinden sich die Gebiete „Langmieden“ mit 36 Hektar, die „Stettener Höhe“ mit knapp 27 Hektar und „Brand“ mit ungefähr 40 Hektar. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der „Stettener Höhe“ und „Langmieden“, da dort eine gute Windhöffigkeit herrscht und nahezu alle Kriterien erfüllt werden.

„Wir möchten die ausgewiesenen Flächen nicht maximal, sondern optimal nutzen“, versichert Matthias Distler, Stadtbaumeister der Stadt Engen, der den Bürgern erklärte, unter welchen Auflagen der Flächennutzungsplan erstellt wurde. Außerdem werden nahezu alle Konfliktpunkte umgangen. Die Solarcomplex AG und das Planungsbüro Hage und Hoppenstedt erhöhten den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand zu Siedlungen von 700 Metern auf 1000 Metern. Auch war von Beginn an klar, dass keine Windkraftanlagen im Landschaftsschutzgebiet des Hegaus erbaut werden. „Unser Landschaftsbild ist eines unserer höchsten Güter und es steht fest, dass keine Anlagen auf oder in der Nähe der Hegauberge gebaut werden“, so Matthias Distler weiter.

Die Solarcomplex AG hat einen Bauantrag für einen Windmessmasten eingereicht und werde zusätzlich zwei Lidar-Geräte (englisch: light detection and ranging) aufstellen. Diese messen mithilfe von Lasern die Windstärke in mehreren hundert Metern Höhe, was zur Erstellung eines Windkataloges beisteuert.

„Nur mit exakten Messungen kann eine moderne Windkraftanlage optimal ausgerichtet werden“, erklärt Bene Müller, der auch Busfahrten nach Sankt Georgen organisiert. Interessierte können dort ähnliche Windkraftanlagen betrachten, die auch im Hegau errichtet werden sollen. Außerdem besteht die Möglichkeit, Lärmbelastung und Grundstücksnutzung der Windräder selbst zu erleben.

Gegen Ende des Jahres wird das Artenschutzabkommen des Landratsamtes erwartet, so dass mit der weiteren Planung und einer möglichen Umsetzung begonnen werden kann.

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