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Engen Schüler arbeiten Geschichte auf

13.12.2011


Engen – Eine Exkursion führte die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 des Gymnasiums Engen ins Elsass. Dort besuchten sie das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof und den Soldatenfriedhof in Bergheim.

Mit der Studienfahrt im Rahmen der Fachschaft Religion und Ethik sollte ein Teil der deutschen Geschichte thematisiert und aufgearbeitet werden. Durch diese Ausfahrt trägt auch die Bildungspartnerschaft zwischen dem Gymnasium Engen und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erste Früchte.

Leid der Menschen wird deutlich

Das einzige Arbeitslager der Nationalsozialisten in Frankreich befand sich 50 Kilometer südlich von Straßburg. Hier fanden zwischen 1941 und 1945 rund 22 000 Menschen den Tod. Struthof-Natzweiler war zunächst nicht als Vernichtungslager vorgesehen, sondern eher als ein Straf- und Arbeitslager, in dem der seltene rote Granit abgebaut werden sollte. Als die Gaskammer 1943 fertiggestellt war, wurde im Lager ganz deutlich, dass man sich in einem Vernichtungslager befand. Hier wurden auch viele französische Widerstandskämpfer ermordet. Natzweiler ist eines von vielen Konzentrationslagern, von denen bekannt ist, dass sie so genannte Nacht-und- Nebel-Häftlinge, kurz NN-Häftlinge, interniert hatten. Sie waren meist ausländische politische Gegner Hitlers, denen nicht schnell genug der Prozess gemacht werden konnte. Der Erlass besagte, wer nicht innerhalb von acht Tagen zum Tode verurteilt wurde, sollte heimlich von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) über die Grenze nach Deutschland verschleppt werden, ohne den Angehörigen etwas über das Schicksal des Entführten zu berichten.

Diese Grausamkeit spürt man als Besucher vor allem, wenn man zu den Verbrennungsöfen und zum Galgen kommt. Von den einst 17 Blocks wurden ein paar wieder aufgebaut, in denen über das Leid der Insassen berichtet wird.

Einer dieser restaurierten Blocks wurde zu einem Museum umfunktioniert, das über Fakten und Daten des Konzentrationslagers und seinen 70 Nebenlagern, von denen sich eines in Mannheim-Sandhofen befand, berichtet. Vollständig erhalten und zur Besichtigung freigegeben sind der Gefängnisbau und das Krematorium.

Über die viereinhalb Hektar des Lagers hörte man niemanden lachen oder auch nur laut reden. Es herrschte eine angemessene Stille, die die Schüler zum Überlegen anregte, was sich hier vor knapp 66 Jahren abspielte. Dieser Besuch hat bei vielen Bestürzung und Nachdenklichkeit ausgelöst.

Mit vielen Eindrücken der Führung im Lager fuhren die Gymnasiasten nachmittags unter Begleitung des Bildungspartners Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf den Soldatenfriedhof nach Bergheim. Oliver Wasem, Geschäftsführer des VDK, schilderte vor Ort die Arbeit seiner Organisation. Die Schülerinnen und Schüler hatten danach die Möglichkeit, Namen von den Grabkreuzen zu pausen, um in der folgenden Religions- und Ethikstunde über die Internetrecherche des Volksbunds mehr über die gefallenen Soldaten zu erfahren.

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