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Engen Ruth Loibl: Sie steckt Alltägliches in ihre Kunst

Ruth Loibl bringt in ihren Tuschezeichnungen unbeachtete Ordnungsprinzipien zur Sprache.

Die Bilder verleiten regelrecht, sie ganz aus der Nähe zu betrachten. Was auf den ersten Blick wie textile Gewebe mit Formen und Mustern anmutet, sind filigrane Tuschezeichnungen, die Ruth Loibl aus unzähligen, exakt angeordneten Federstrichen auf Papier gebracht hat. Ihre Worte „nicht schleudern“, „nicht knicken“ oder „tempo runter“ aus einem Text in einem Bild sind Aufrufe, alltägliche Dinge mit Besonnenheit anzugehen. Und für ihre Arbeitsweise, sich ganz auf ein Werk einzulassen.

Ruth Loibl greift einfache Muster und Ordnungsprinzipien unseres Alltags auf und setzt sie auf sehr direkte, plakative Art oder auch filigran und minutiös ins Bild. Das Städtische Museum Engen + Galerie zeigt überwiegend Schwarzweiß-Arbeiten, die Worte und Texte mit einbeziehen, die von Hand als einzelne Buchstaben gesetzt wurden.

Durch die Anordnung der Striche gestalten sich große Buchstaben auf einzelnen Bildern, die erst aus einem bestimmten Blickwinkel zu lesen sind. In kleinerer Schrift verbergen sich unter den Strichen ganz Sätze, die bewusst gruppiert und in dickeren Buchstaben gedruckt sich als Ornamente hervorheben.

Ihr Thema sei der Alltag, das ganz normale Leben, erzählte Ruth Loibl im Gespräch mit Museumsleiter Velten Wagner bei der Vernissage. Dafür steht auch der Ausstellungstitel „nicht schleudern“. Ihr gehe es um die Achtsamkeit, vorsichtig mit Dingen umzugehen, die da sind, aber die keiner beachte.

So protokollierte sie einen Tagesablauf und druckte ihn mit einem Buchstaben Überschneidung zusammen mit ihrem Lebenslauf.

Loibl studierte nach Textilkunst und Oberflächengestaltung auch Bildhauerei und kam von der zweidimensionalen Fläche zur Räumlichkeit. Raum und Tiefe vermitteln auch die ausgestellten Strichzeichnungen, die Lamellenschnitte wirken durch ihre Oberflächenstruktur wie Stoffe. Die schmalen Streifen reihen sich wie gespannte Fäden zu einem Buchstaben aneinander.
 

 

Die Ausstellung „nicht schleudern“ ist bis zum 25.8. zu sehen.

 

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