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Engen Landwirte befürchten Nachteile

03.02.2012


– An die 200 Landwirte, Pächter und Grundstückseigentümer kamen auf Initiative des BLHV-Stadtverbandes Tengen zu einer Informationsveranstaltung mit Vertretern des Regierungspräsidiums Freiburg in die Biberhalle nach Watterdingen. Es ging um die Bestandserhebung der FFH-Lebensraumtypen (Flora-Fauna-Habitat) für den Natura 2000-Managementplan „Hegaualb“. Dieser soll vom Land Baden-Württemberg umgesetzt werden und Ende des Jahres in die Offenlage gehen.„Wir wollen wissen, was hier geschieht“, sagte Ferdinand Nutz als Vorsitzender des BLHV-Stadtverbandes Tengen bei seiner Begrüßung.

Er stellte den Vertretern des Regierungspräsidiums auch einen Fragenkatalog vor, der vom Ortschaftsrat von Watterdingen ausgearbeitet wurde, und bat um Auskunft an die Versammlung.

Diplom-Biologin Martina Ossendorf vom Referat Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Freiburg erläuterte die Planung und den Planungsstand bei den FFH-Naturschutzgebieten. Betroffen wären in Watterdingen vor allem die Flächen am alten Postweg. Aber auch in anderen Ortschaften, die zur Stadt Tengen gehören, sollen bei bisherigen FFH-Gebieten Naturschutzgebiete entstehen. Warum bei der Zusammensetzung des Beirats die Kommunen sowie sämtliche Behörden bei der Beratung an einem Tisch sitzen, aber die Grundstückseigentümer außen vor sind, konnte auch Ernst Stegmaier als Oberkonservator beim Referat Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Freiburg nicht vollständig beantworten. Dies löste bei Besuchern der Versammlung ungläubiges Kopfschütteln aus.

„Der Natura 2000-Managementplan hat zum Ziel, die gemeldeten Lebensraumtypen aller Art langfristig zu erhalten“, so das Regierungspräsidium. Allerdings befürchten die Landwirte bei Inkrafttreten der Verordnungen erhebliche Wertminderungen und Einschränkungen bei der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Grundstücke, die einer stillen Enteignung gleichgesetzt werden könnten. Diplom-Biologe Jochen Kübler stellte seine Kartierung der Grundstücke in den Ortsteilen der Stadt Tengen bis hin zum Alten Postweg vor.

„Man kann stolz sein auf die Vielzahl von Vogelarten und Magerwiesen, die ihresgleichen suchen“, so der Biologe, der dann aber auch mit der Frage der Landwirte konfrontiert wurde: „Warum brauchen wir dann noch Schutzgebiete, dies ist doch ein Zeichen, dass die Grundstücke bisher schon im Einklang mit der Natur bewirtschaftet wurden.“

„Es wird nicht mehr über die Landwirtschaft, sondern nur noch vom Naturschutz geredet. Wir hören hier einiges, das sich laufend widerspricht. Dabei wird immer vergessen, dass wir die Natur brauchen, um essen zu können“, so Bürgermeister Helmut Groß. Manfred Frank befürchtet erhebliche Wertminderungen bei den Grundstücken, die kartiert wurden. Peter Graf, Kreisverbandsvorsitzender des BLHV im Kreis Konstanz, sieht die Ausgleichszahlungen durch die Einschränkung der Nutzung bei den betroffenen Grundstücken niemals als Gewinn an, sondern diese seien immer mit Verlusten verbunden. „Von der Landschaftspflege können wir nicht leben. Wir müssen von der Landwirtschaft leben“, so Stefan Leichenauer, der auch die geplanten Flächenstilllegungen verurteilt. Mit Betroffenheit gesehen wurde auch aus der Versammlung, dass auf einen Einspruch vom Regierungspräsidium nicht reagiert wurde oder dieser pauschal abgetan wurde.

Ferdinand Nutz gab zu bedenken, dass von 935 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Watterdingen heute bereits schon 110 Hektar als Schutzgebiete ausgewiesen seien.

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