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29.02.2012  |  von  |  0 Kommentare

Engen Hallen-Planung steht trotz Mehrkosten

Engen -  Der Bau der neuen Engener Stadt- und Mehrzweckhalle bei der Grundschule kommt wesentlich teurer als geplant. Statt wie ursprünglich veranschlagt 3,835 Millionen Euro, belaufen sich die Ausgaben nach den neusten Berechnungen auf 4,6 Millionen Euro.

So sieht das Modell der neuen Stadthalle bei der Grundschule aus. Und so wird nach der Abstimmung des Engener Gemeinderates die Halle auch gebaut.

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Redakteur Singen

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Dies ist eine Steigerung um knapp 800 000 Euro. Die begründete Stadtbaumeister Matthias Distler in der gestrigen Sitzung des Gemeinderates vor allem mit kräftig gestiegenen Rohbaukosten. Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates wird dennoch an der Planung festgehalten.

Nach der Vorstellung der Detailplanung der neuen Mehrzeckhalle Ende Juni 2011 hätten einige Faktoren für eine kräftige Verteuerung gesorgt, berichtete Distler. Vor allem eine Kostensteigerung um gut das Doppelte verursache die Bearbeitung des Alucobonds für die ovale Außenfassade der Halle. Dies habe erst die Ausschreibung ergeben, so Distler. Es gebe nur wenige Fachfirmen, welche die aufwändige Verarbeitung des Alucobonds ausführen könnten. Sollte sich der Gemeinderat für eine andere Gebäudeform entscheiden, die auf das Gebäude prägende Alucobond verzichte, wären Einsparungen von 300 000 bis 500 000 Euro möglich.

„Am meisten ins Gewicht fallen allerdings die kräftig gestiegenen Baukosten, welche durch die Konjunktur bedingt sind. So gab es wegen der guten Auftragslage der Betriebe nur wenige Angebote bei den bisher ausgeschriebenen Rohbau-Gewerken. Bei den Elektroarbeiten kamen keine Eingaben“, so Distler. Zu falschen Kosten habe auch ein rechnerischer Übertragungsfehler geführt, der eine Steigerung von 120 000 Euro ausmache. Bei der Gründung der Halle habe sich ein nachträglich gefordertes Statik-Gutachten negativ ausgewirkt. Durch einen schlecht beschichteten Lehmboden sei eine Verstärkung des Fundamentes nötig, was Zusatzkosten von 80 000 Euro begründe. Im Zuge der Maßnahme müsse die Kanalisation verbessert werden, was zu einer weiteren Verteuerung führe.

Große Einsparungen wären zu erzielen, wenn eine einfachere Gebäudeform gewählt würde, stellte Bürgermeister Johannes Moser vor der Abstimmung klar. Das gäbe auch keine Verzögerung des Hallenbaus, sofern an der Größe des Gebäudes nichts geändert werde. Der Tenor im Gremium war schnell klar. Es gab zwar allgemeines Bedauern über die gestiegenen Baukosten. Die Gründe dafür konnten allerdings die Ratsmitglieder nachvollziehen.

Dies sei seit vielen Jahren das erste Mal, dass eine Kosten-Kalkulation nicht eingehalten werde und für den Stadtbaumeister völlig ungewöhnlich. Das griff Irene Völlinger von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) auf. Sie wertete es aber als sehr positiv, dass die Kostensteigerung schon im Vorfeld offengelegt wurde und es so im Nachhinein keine böse Überraschung gebe. „Wir waren alle begeistert bei der Vorstellung der Planung und wir wollen, dass die Engener eine schöne Halle bekommen, die auch später geschichtlich ihren Wert hat“, so Irene Völlinger. Ihr pflichtete Fraktionskollege Klaus Hertenstein bei: „Die Engener Halle hat durch seine besondere Optik ein Alleinstellungsmerkmal“, betonte Hertenstein und fand auch in Moritz Kamenzin vollste Zustimmung. „Wir bauen eine Stadthalle für 40 bis 50 Jahre. Das sollte uns eine vernünftige Planung, die keinen Luxus aufweist, wert sein“, betonte Gerhard Steiner, UWV-Fraktionssprecher. Es sei abzusehen gewesen, dass infolge der guten Konjunktur die Baupreise steigen, so Steiner. Dagegen habe der Gymnasium-Bau von vergleichsweise günstigen Ausgaben profitiert.

In die gleiche Kerbe schlug UWV-Sprecher Jürgen Waldschütz. „Es geht um eine langfristige Investition. Wichtig ist uns die Nachhaltigkeit der Halle mit möglichst geringen Folgekosten“, so Waldschütz. Seine Fraktion sei ursprünglich gegen den Standort an der Grundschule gewesen, habe sich aber der Mehrheit gebeugt. Nun sollte aber die neue Stadthalle so ausgestattet werden, dass auch das Entertainment im Vordergrund stehe. Dazu müsse eine passende, ausgefeilte Technik installiert werden. Er schlug vor, Sponsoren wie Banken, zu suchen, die sich auch noch gestalterisch in die neue Stadthalle einbringen könnten. Bei Veranstaltungen sei die Zusammenarbeit mit Konzeragenturen vorstellbar, so Waldschütz. Sollte die Halle am Ende unter fünf Millionen Euro kosten, sei das angesichts der Entwicklung der Baupreise positiv.

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