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Engen Großer Erfolg: Viele Helden lassen sich für krebskranke Julia in Engen typisieren

Die Reaktion auf die Typisierungsaktion für die an Blutkrebs erkrankte, 20-jährige Julia Capellino im Engener Gymnasium war überwältigend. 1218 potentielle Spender kamen und ließen sich registrieren, 11 113 Euro Spenden gingen ein.

Thomas Umbscheiden, Schulleiter des Engener Gymnasiums, war von der Reaktion auf die von ihm initiierte Typisierungsaktion „Helden für Julia“ für die an Blutkrebs erkrankte ehemalige Schülerin überwältigt. 1218 Spender ließen sich in drei Stunden am Donnerstagnachmittag registrieren, 11 113 Euro gingen an Spenden ein. Alle 50 Plätze zur Typisierung waren gleich zu Beginn besetzt. Die "Helden" mussten ihre Daten und eine Speichelprobe abgeben. Lehrer, Schüler und Eltern hatten ihre Netzwerke aktiviert und es war ein stetiger Strom an Hilfsbereiten. Die potentiellen Stammzellenspender konnten sich nach der Aktion als kleines Dankeschön im Heldenkaffee an einem Büffet oder mit einem Sekt stärken.

Umbscheiden war über Smartphone live mit Julia in der Uniklinik Freiburg verbunden und zeigte ihr, was im Engener Gymnasium los war. Immer wenn eine neue Gruppe ins Gymnasium kam, wurde sie vom Schulleiter per Mikrofon angekündigt und mit einem herzlichen Applaus begrüßt. Auch rund 70 Soldaten des Jägerbataillons aus Donaueschingen kamen nach einem Aufruf des Reservistenkameraden und Vaters von Julia freiwillig zur Typisierung. „Das ist für uns eine Ehren- und Herzenssache“, sagte Sprecher Oliver Schendzielorz, der darauf hinwies, dass viele Soldaten bereits registriert seien. Susanne Scheutterle, Patentante von Julia, die mit 49 anderen Freiwilligen bei der Registrierung half, war gerührt und aufgeregt angesichts der Resonanz des Aufrufs. „Es ist einfach toll, was Herr Umbscheiden geschafft hat und ich hoffe, dass ganz viele kommen“, sagte sie. Die Typisierung sei für Julia ins Leben gerufen worden, aber sie helfe natürlich allen, die an Blutkrebs erkrankt sind. Julia habe die erste Chemophase überstanden und sie habe auch gute Tage. Ihre Hoffnung und die der Familie ruht auf einer Stammzellenspende.

Andrea Autenrieth, Aktionsbetreuerin der Stammzellenspenderdatei (DKMS), war ebenfalls begeistert von der Resonanz. „Es ist super, dass so viele junge Menschen gekommen sind und dass so viele über die sozialen Medien aktiviert wurden“, sagte sie. Die ehrenamtlichen Helfer, die die Bögen zur Registrierung der Spendewilligen ausfüllten, wurden vor der Aktion geschult. Den Abstrich mithilfe eines Wattestäbchens im Mund machten die potentiellen Spender selbst. Die Registrierung dauerte pro Person etwa zehn Minuten. Die Daten der Aktion stünden in sechs bis acht Wochen zur Verfügung und laufen in die weltweite Datenbank ein. 30 Millionen Menschen seien in dieser Datenbank registriert. Der Datenabgleich laufe ständig und es könne jederzeit sein, dass unabhängig von der Aktion ein Spender für Julia gefunden werde. Wenn ein Spender passt, gebe es weitere Untersuchungen und eine erneute Überprüfung der Freiwilligkeit, bevor es zur Spende komme. „Die Initiatoren, Helfer und Julia mit ihrer Familie geben der Aktion ein Gesicht und den Betroffenen Hoffnung“, sagte Authenrieth.


Die Spenderdatei

Die DKMS arbeiten seit 1991 daran, für Patienten weltweit einen passenden Spender zu finden. Doch immer noch findet jeder siebte Blutkrebspatient in Deutschland keinen passenden Spender. Für eine Stammzellspende müssen die Gewebemerkmale zu 100 Prozent übereinstimmen.

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