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Engen Einstieg in die Selbstständigkeit

10.02.2012


Ein weitgehend selbstständiges Leben können junge, unterschiedlich beeinträchtigte Bewohner des „Haus am Mühlebach“ in einer Außengruppe in Engen aufbauen.

– Buntes pulsierendes Leben soll das ehemalige Jugendseminarhaus in Engen nach dem neuen Konzept beleben. Eine betreute Jugendgruppe der privaten Heimsonderschule „Haus am Mühlebach“ in Mühlhausen-Ehingen zieht Ende Februar in eine Hälfte des Dachgeschosses ein. Derzeit werden die Räume des Dachgeschosses noch für die Jugendlichen vorbereitet, die dabei selbst Hand anlegen. Ein Schreiner baut die Küchenzeile im Wohn- und Gemeinschaftsraum ein. Stolz führt Steve Besucher durch das Stockwerk, zeigt und erklärt zusammen mit seinen Mitbewohnerinnen und -bewohnern die Einzelzimmer und weist auch darauf hin: „Gestern haben wir hier noch gestrichen, ist es nicht wunderschön geworden?“ Auch beim Einbau der Schränke der Küchenzeile hilft er tatkräftig mit.

Steve lebt schon seit seinem zehnten Lebensjahr in der Heimsonderschule „Haus am Mühlebach“. Jetzt ist er volljährig und wünscht sich wie jeder junge Erwachsene mehr Selbstständigkeit, ein richtiges erwachsenes Leben. „Ich freue mich schon auf den Einzug und auf die Möglichkeit, hier gemeinsam mit meinen Kameradinnen und Kameraden das tägliche Leben selbst zu bestimmen, uns zu versorgen und uns zu beschäftigen, also ein fast ganz normales Leben zu führen“, beschreibt er seine Vorstellungen und Wünsche für den neuen Lebensabschnitt.

Steve und sechs weiteren Jugendliche mit kognitiven und seelischen sowie körperlichen Handicaps soll dieser Schritt in eine größtmögliche Selbstständigkeit durch ein fast „normales“ Umfeld ermöglicht werden. Deshalb hat das „Haus am Mühlebach“ das Stockwerk in dem ehemaligen Jugendseminar angemietet und richtet eine betreute Außenwohngruppe ein.

„Die Kooperationsanfrage vom „Haus am Mühlebach“ schien uns genau das Richtige für unser neues Konzept des Hauses zu sein“, erklärt Sabine Seifert, Heilpädagogin und Vorstandsmitglied des Jugendseminars. „Schon bei der Auswahl des Stockwerks waren die jungen Menschen der zukünftigen Außengruppe beteiligt und hatten durchaus einen guten Riecher dafür, in welchen Zimmern sie sich wohl fühlen werden. Wir konnten ihren Wünschen entsprechen und beobachten nun mit Freude das bunte Treiben im Haus zur Vorbereitung ihres Einzugs“, freut sich Sabine Seifert mit den zukünftigen jungen Hausbewohnern.

„In Zusammenarbeit mit dem Jugendseminar Engen können wir diese schöne, geräumige und fachgerechte Wohnung unseren erwachsen werdenden Jugendlichen anbieten“, stellt Leo Rumpert, stellvertretender Schulleiter, vor. „Das Haus und die Räumlichkeiten bieten alles, was die Jugendlichen für ein recht selbstständiges Leben benötigen. Die Zimmer sind möbliert, allerdings mit recht betagten Möbeln. Wir suchen noch Sponsoren, die uns etwas helfen“, wirbt der Konrektor um Unterstützung. Großen Dank zollte er in diesem Zusammenhang aber allen bisherigen Helfern für ihre großzügigen finanziellen Unterstützungen.

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