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Engen Ein Jahr der Brände in Engen

Hauptversammlung der Gesamtwehr Engen bringt eine Rückschau auf Rekordeinsätze

Auf ein Jahr mit einem Rekord an Einsätzen schaute die Feuerwehr Engen bei ihrer Hauptversammlung der Gesamtwehr zurück. Zugenommen hatten die Brände, die technischen Hilfeleistungen nahmen aber immer noch einen großen Platz ein. Mit einer neuen Form der Präsentation überraschte das Führungsteam um Gesamt-Kommandant Dieter Fahr. Die Vorstellung der Jahresbilanz teilte sich das Team in drei Teile auf. Beklagt wurde der stark zugenommene Bereich der administrativen Aufgaben. Die Mannschaftsstärke und technische Ausrüstung stellte Kommandant Dieter Fahr vor. Mit insgesamt 233 Aktiven, darunter sechs Feuerwehr-Frauen, ist die Gesamtwehr mit ihren sieben Teilwehren gut aufgestellt. Auch technischen ist die Gesamtwehr auf einem vorbildlichen Stand, auch wenn einige Fahrzeuge doch schon recht betagt seien.

„Die Zahl der Einsatze hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen“, stellte Michael Werle, Stellvertreter des Kommandanten, der Versammlung vor. Die Alarmierung aller Abteilungen erfolgte für 113 Einsätze. Hilfe wurde nötig für 21 Brände und 57 technische Hilfeleistungen, meist bei Unfällen. Leider gab es auch 35 Fehlalarme, hauptsächlich durch Brandmelder in Gemeinschaftsunterkünften verursacht. Beim Bildmaterial zu den Bränden wurde deutlich, dass die Brände teilweise sehr heftig waren und großen Einsatz mehrerer Löschzüge forderten. Auch das Hochwasser infolge eines Unwetters stellte große Herausforderungen an die beteiligten Wehren, auch in den Teilorten. Wehrle ging auf einen Zeitungsbericht ein, in dem die Feuerwehren der Region die Zunahme der Belastungen anprangerten.

„Auch wir in Engen spüren diese besonderen Belastung zunehmend“, betonte er. „Nicht, dass wir uns deshalb beschweren, oder die Belastungen für unnötig halten. Aber wir stellen uns schon die Fragen, wie sich die Belastungen auf die Verträglichkeit mit dem Ehrenamt auswirken“, erklärte er. „Besonders wirke sich das in der Gesamtheit der „vier F“ aus, stellte er vor: „Feuerwehr, Familie, Fabrik und Freizeit.“ Die Verwaltungs-, Sicherheits- und Verordnungssaufgaben verlangten von den Führungskräften und den Aktiven gleichermaßen Unmenge an Zeit, die anderswo dringend nötiger wäre. „Sieht man sich an, was an einem Löschfahrzeug alles geprüft werden muss, um es einsatzfähig zu halten, erfasst man den uns umgebenden Umfang der bestehenden Verordnungsflut“, so Michael Wehrle.

Den bereich Proben und Ausbildung stellte Thomas Groß vor. Auch hier zeigen die Kameraden aller Wehren großes Engagement und Einsatz. Der Probenbesuch sei durchgehend gut und auch zur Aus- und Weiterbildung seien genügend Kameraden angetreten, so der zweite Stellvertreter des Gesamtkommandanten. Locker und humorvoll stellte Mario Petrillo den Tätigkeitsbericht der Jugendfeuerwehr vor. Mit 24 Jugendlichen und einem Mädchen ist der Nachwuchs gut aufgestellt, bildet sich weiter und vergisst auch nicht den Spaß und die Pflege der Kameradschaft beim Unterricht. Bürgermeister Johannes Moser zeigte sich zufrieden mit Ausbildungsstand und Schlagkraft. Bedankte sich für die „zuverlässige Sicherheit“ und zeigte Verständnis für die Sorgen der Wehrleute bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.


Herausforderungen

Die Aufgabe: Ernsthafte Gedanke über Aufgaben, Namen und Einsatzbereitschaft der Feuerwehr machte sich Vize-Kreisbrandmeister Andreas Egger. Die Zahl der Einsätze habe sich nicht nur Engen drastisch erhöht, er habe das in Singen – sowie bei vielen anderen Feuerwehren im Kreis ebenso erlebt.

Die Einsätze: Zugenommen hätte nicht nur die technischen Hilfeleistungen und sonstigen Aufgaben, weshalb man sich überlegen müsste der Feuerwehr sogar eine andere Bezeichnung zu geben. Zwar hätten auch die Brände zugenommen, hier aber besonders die Qualität der Brände. Meist seien es sogar Großbrände, die einen enormen Einsatz forderten.

Die Zukunft: Überdacht werden müsse das Ehrenamt. Es gehe nicht an, dass Kameraden nach einem Einsatz, auch noch Fahrzeuge und das Material pflegen müssen, um die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten. Seine Bitte geht an den neuen Kreisbrandmeister, der bald wieder eingesetzt werde, und die Politik lautet, sich neue Wege zu überlegen, das Feuerwehrwesen gründlich zu reformieren. (jw)

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