Engen Drei Jahre und ein Tag auf der Walz

Wandergesell Sebastian Küttner ist zurück; Wandergesell Sebastian Küttner ist zurück

Nach drei Jahren und einem Tag bringen die Kameraden Sebastian Küttner (Zweiter von links) nach der Walz durch die Welt zurück in seine Heimatstadt Engen.
Nach drei Jahren und einem Tag bringen die Kameraden Sebastian Küttner (Zweiter von links) nach der Walz durch die Welt zurück in seine Heimatstadt Engen.

Engen – Nach drei Jahren und einem Tag, genau wie es in seiner Bruderschaft „Freie Vogtländer Deutschlands“ vorgeschrieben wird, ist Sebastian Küttner nach seiner Wanderung als Schreinergeselle wieder zuhause in Engen. Er hat Deutschland und Teile der Welt kreuz und quer durchwandert, viel erlebt, steckt voller Erlebnisse und Eindrücke. Im Moment will er sich ein wenig zurücklehnen, aber auch bald wieder in die große weite Welt hinaus. Indien ist sein nächstes Ziel.

„Ich bin wieder zuhause, aber irgendwie noch nicht richtig angekommen“, beschreibt Sebastian seine Gefühle. „Ich bin noch voller Eindrücke und großartiger Erlebnisse. Es waren wunderschöne Jahre, voller neuer Erfahrungen und Zeiten, in denen meine Persönlichkeit gereift ist.“ Es war ein guter Freund der Bruderschaft, der bereits ein Jahr auf der Walz war, ihn zuhause abgeholt habe, „und mich auf den ersten Schritten meines neuen Lebensabschnitts begeleitet hat“, erzählt Sebastian, wie alles begann.

Sebastian hat das traditionelle Handwerk des Schreiners erlernt. Ehemalige Wandergesellen hat er im Zuge seiner Ausbildung zum Holztechniker in Hamburg getroffen. „Sie haben mir die richtigen Geschichten zum richtigen Zeitpunkt erzählt, und mir klargemacht, „wenn du wissen willst, wo du hingehörst auf dieser Welt, musst du erst einmal auf die Walz, die hilft dir, dich zu finden.“

Mit dem Begleiter hat er die erste Zeit verbracht. „Er hat mich mitgenommen, mir Schlafplätze gezeigt und Ideen vermittelt, wo und wie man Arbeit finden kann.“ Zuerst führte der Weg nach Hamburg, wo Sebastian jemanden besuchen wollte. „Von dort aus ging es im ersten Jahr kreuz und quer durch Deutschland. Immer auf Mitreise ausgerichtet, Zug und andere öffentliche Verkehrsmittel sind nicht erlaubt. Zuerst meldest du dich in einer neuen Stadt als Handwerksbursche auf dem Rathaus, dann bei der Handwerkskammer und dann suchst du dir eine Arbeit. Eventuell bekommst du auch eine Adresse.“ Jeder hat ein Reisebuch, in dem die Reiseroute nachvollziehbar ist. Eine Zeit lang wird gearbeitet und ein wenig Geld verdient, denn „wir dürfen nur mit fünf Euro eigenem Geld starten. Mehr Geld oder eine Scheckkarte sind nicht erlaubt“, erläutert Sebastian die Regeln. „Man darf sich übrigens auch nicht bereichern.“

Die Jobs dauern in der Regel wenige Tage, manchmal eine Woche oder auch ein oder zwei Monate. Im zweiten Jahr führte Sebastian Küttner die Walz nach Holland und Frankreich. „Als der Winter dann kam, bin ich ab nach Mexiko“, berichtet Sebastian mit ein wenig Stolz. „Wir hatten uns das Geld zusammengespart und meine drei Kameraden und ich sind einfach ab in die Wärme.“ Das Land sei ganz toll gewesen, die Menschen freundlich und das Klima wunderbar. Dort traf er einen Deutschen, für den sie längere Zeit arbeiteten. „Ich habe ihm eine schöne Treppe und somit ein bleibendes und eindrucksvolles Werk geschaffen.“

Von Mexiko aus führte die Walz nach Amerika, wo er und ein paar Kameraden gemeinsam fast das ganze Land durchstreift haben. Aus den USA ging es danach zurück nach Frankfurt und von dort aus haben ihn die Kameraden nach Hause begleitet. Er habe auf Reisen sehr viel erlebt, „es reicht für ein abendfüllendes Programm“, meint Sebastian. Auch Negatives sei dabei gewesen, „aber die positiven Momente überwiegen“. Auch einige junge Mädchen haben seine Wege gekreuzt. „In jedem Städtchen das jeweils schönste Mädchen“, versichert er.

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