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Eigeltingen Zunftabend der Talgeister

08.02.2012
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– Um es mal gleich vorneweg zu sagen: Wen es bei solch einem fulminanten Finale nicht glatt vom Hocker riss, der war nicht mehr zu retten. Die Honstetter Schtägge-Näschter, als Guggenmusiker bestens bekannt, ließen am Zunftabend die Bühne beben!

Hier hatten die engagierten Darsteller der Wasserburger Talgeister eine rasante, abendfüllende Show hingelegt, die das gesamte Publikum begeisterte. „Bei voll bestuhltem Saal sind's 220 und 50 Akteure“, zählte der vielbeschäftigte Zunftmeister Bernhard Bach kurz auf. Bis in die hintersten Ecken und an den langgezogenen Seiten der Tudoburghalle drängten sich Hexen, Piraten, T-Shirt-Träger mit prachtvoll gewölbten Sprüchen auf dem Bauch und die Köhlerzunft-Gäste aus Unterbränd. Sie führten einen deftigen Köhlertanz auf, nachdem Wortspiele über Alkohol schon die ersten Gliedmaßen gelockert hatten. Die Erlebnisse eines Narren in der Bütt leiteten über zu einem lebhaft beklatschten Auftritt der „Drei Tenöre am Klavier“. Wie sie es schafften, unglaublich virtuos in die Tasten zu hauen, ohne auch nur einen einzigen Finger krumm zu machen, blieb allerdings ihr streng gehütetes Geheimnis. Mit flackerndem Kerzenlicht, Spinnweben und heulendem Wolf trat das unheimliche Honstetter Horror-Puppen-Kabinett auf. Fast hätte man sich wirklich gruseln können, wären da nicht unter den raffiniert geschminkten Gesichtern die hübschen jungen Mädchen zu entdecken gewesen, die sich in offenherzigen schwarzen Korsagen und schwarz- roten Tüllröckchen in gekonnter Choreographie über die Bühne bewegten.

Sowohl der Bänkelsänger mit seiner gut gestimmten Miniaturgitarre als auch die Akteure auf dem „Traumschiff MS Honstetten“ hatten musikalisch echt was drauf: Für das Luxuskreuzfahrtschiff, das im Brandweiher vor Anker lag, waren weltbekannte Stars angeheuert worden, um die illustren Passagiere zu unterhalten. Da zeigten sich kräftige Männerwaden unter den lilaglitzernden Charleston-Kleidern und ließen die kniekurzen Säume im Takt nach rechts und links wippen. Hautenge, silberne Siebziger-Jahre-Schlaghosen wirbelten wenig später über die Traumschiff-Bühne.

Und es zeigte sich: „Abba“ fetzt noch immer, wenn die Stücke mit so viel musikalischer Power, packendem Rhythmus und Spaß rüberkommen. Kurzauftritte von Lady Gaga und Rihanna, blitzschnelle Kostümwechsel, zwischen denen der Altrocker Udo Lindenberg das Traumschiff enterte, um seine Songs zu näseln, und die wunderbar windumwehte, föhngebläseunterstützte Titanicszene am Schiffsbug bildeten dann die Höhepunkte des Abends.

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