Eigeltingen Eigeltinger brennen auf Infos zum Thema Glasfaser

Über 200 Teilnehmer kamen zu einer Informationsveranstaltung zur Breitbandversorgung. Das Lichtwellensignal soll im Sommer kommenden Jahres Daten rasend schnell übertragen.

Über 200 Eigeltinger kamen zur Informationsveranstaltung über die Breitbandverbindung in der Kommune. Die Freude darüber war Bürgermeister Alois Fritschi deutlich anzumerken. Aus seinen Worten war auch heraus zu hören, dass das Thema Internet die Bürger bewegt. Viele Fragen wurden in den vergangenen Jahren an ihn gerichtet und natürlich wurden auch kritische Töne angeschlagen. Bereits am Montag stellte er in der Gemeinderatssitzung den Sachstand vor. Aus Praktikabilitäts- und Kostengründen sei man teilweise geringfügig vom geplanten Trassenverlauf abgewichen. Die Erdarbeiten werden bis September abgeschlossen sein. Im nächsten Schritt erfolge das Einblasen des Glasfaserkabels in die Leerrohre und der Aufbau der aktiven Technik durch den bereits feststehenden Betreiber Netcom.

"Ich wollte erst eine Bürgerinformations-Veranstaltung machen, wenn es auch wirklich Informationen gibt", betonte Fritschi. Und die gab es nun. 27 der insgesamt 49 Kilometer auf Eigeltinger Gemarkung sind bereits verlegt. Von Mühlingen kommend wurden über Heudorf Rorgenwies, Reute, Honstetten und Eckartsbrunn angeschlossen, ebenso Homberg. Es fehlt noch Münchhöf. Das sollte eigentlich von Mahlspüren her über einen zweiten Anschluss angebunden werden, doch dieser war technisch nicht nötig.

Direkt mit Glasfaser angebunden sind die drei Gewerbegebiete in Eigeltingen, Heudorf und Honstetten. Auf Nachfrage von Wolfgang Braun strich der Bürgermeister deutlich heraus, dass Gewerbetreibende im Ortskern das Glasfaserkabel nicht bis ins Gebäude bekommen. Dafür wurden und werden im ersten Bauabschnitt auch die Aussiedlerhöfe angeschlossen. Den zweiten Bauabschnitt, bei dem auch vom Verteilerkasten zum Gebäude Glasfaser für alle gelegt wird, werde man in vier bis neun Jahren in Angriff nehmen, erläuterte der Verwaltungschef.

Doch auch wo nicht direkt Glasfaser bis ins Haus liegt, verbessere sich die Breitbandverbindung deutlich, erklärte Andreas Gräfe von der Breitbandversorgungsgesellschaft im Landkreis Sigmaringen (BLS). Der technische Geschäftsführer stellte zuerst die BLS als kompetenten Partner für das interkommunale Glasfasernetz mit Mühlingen vor und gab dann Netcom als Provider für deren gesamtes Netz von bestehenden, im Bau befindlichen und in der Planung befindlichen Glasfasernetze für die nächsten fünfzehn Jahre bekannt. Dann führte er ausführlich aus, was dank Glasfasertechnologie alles möglich sein wird.

Michael Lisa erläuterte als Vertreter der Netcom deren Leitungen und gab einen ersten Einblick in die Tarife. Die einmalige Anschlussgebühr liegt bei 20 Euro und im ersten halben Jahr zahlen die Eigeltinger bei jedem Privatkundenvertrag 29,90 Euro. Für Geschäftskunden wird es eine weitere Informationsveranstaltung geben. Dabei betonte er: "Kündigen sie nicht selbst!" Die zukünftigen Kunden sollen dies über die Netcom tun. So komme es am wenigsten zu Verzögerungen. Dass es diese gebe, liege meist an selbst gekündigten Verträgen, erläuterte er auf Nachfrage. Zudem hätten nur Mitarbeiter der Telekom einen Schlüssel für die Verteilerkästen und in die müsse man nun mal bei der Umstellung und späteren Reparaturen hineinkommen. Glasfaserschnelles Internet werde es nur mit der Netcom geben. Die Kunden können aber weiterhin die Kupferkabel basierte Leistung ihrer bestehenden Provider nutzen.

Glasfasernetz in Zahlen

Das 49 Kilometer lange Glasfasernetz der Gemeinde Eigeltingen kostet brutto 7,1 Millionen Euro. Das Land hat einen Zuschuss von 3,46 Millionen Euro zugesagt. Dafür war ein Antrag im Umfang von vier Aktenordnern nötig. Für 2,7 Millionen Euro werden die Glasfaserkabel in Leerrohre eingeblasen.

Eigeltingen hat etwa 1500 Haushalte. Das Lichtwellensignal soll im Sommer 2018 kommen. Der zweite Bauabschnitt soll in vier bis neun Jahren folgen. Die Verwaltung hat die Pläne schon in der Schublade und rechnet mit Kosten von fast fünf Millionen Euro.

Die Breitbandversorgungsgesellschaft im Landkreis Sigmaringen (BLS) hat Gesellschafter aus fünf Landkreisen. Bei der Ausschreibung des Diensteanbieters gab es zwölf Interessenten, nicht alle gaben ein Angebot ab.

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