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Büsingen Eine erste Vorstellung der Bewerber

Es kam, wie es erwartet wurde: Dicht gedrängt nutzten die Büsinger Wähler und viele Interessierte aus den Nachbargemeinden die Gelegenheit, die sechs Bewerber zur Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag in der Exklavengemeinde kennen zu lernen. „Büsingen ist einzigartig, eine Insel von Bedeutung“, betonte Ursula Leutenegger, die als erste ihre Kandidatur für das Bürgermeisteramt abgegeben hat.

Aufmarsch der Bürgermeisterkandidaten zur Vorstellungsrunde in den der dicht besetzten Halle in Büsingen. Am 22. April wird in der Exklavengemeinde gewählt.
Aufmarsch der Bürgermeisterkandidaten zur Vorstellungsrunde in den der dicht besetzten Halle in Büsingen. Am 22. April wird in der Exklavengemeinde gewählt. Bild: Sabine Tesche

„Das ist eine große Verantwortung zwischen zwei Staaten“, so Leutenegger. Aber ihre Familie habe sie gelehrt, Dinge in die Hand zu nehmen. „Büsingen ist mir Heimat geworden und durch drei Jahre Gemeinderatsarbeit habe ich mich in dieses spezielle Dorf eingelebt“, warb sie um Vertrauen bei den Büsingern.

Einige Themen treiben die Büsinger um: die Bevölkerungsentwicklung, die Steuerfrage, das Gesundheitssystem und die Frage, wo ihr Bürgermeister künftig wohnen wird. Für Markus Möll ist die Frage geklärt: „Ich werde meinen Lebensmittelpunkt nach Büsingen verlegen“, so der zweite Kandidat. Parteipolitik will der Gailinger CDU-Vorsitzende außen vor lassen und stattdessen auf seinen reichen Erfahrungsschatz als diplomierter Volkswirt in großen, multinationalen Unternehmen setzen. „Büsingen ist die Insel im Herzen Europas, wo der Bürgermeister zum Außenminister der Gemeinde wird“, so Möll. Dabei müsse aber klar sein, dass neben der politischen Arbeit zwischen Bern und Berlin, so wie Stuttgart und Schaffhausen die Themen aus eigener Kraft angegangen werden müssten. „Für Bevölkerungswachstum müssen wir Grundstücke erschließen und die Werbetrommel rühren“, ist Möll überzeugt.

Genau da will auch der 29-jährige Verlagswirt Georg Höfer ansetzen: „Die Zukunft wird nicht einfach, denn die Besonderheit der Gemeinde erfordert maßgeschneiderte Lösungen“, erklärt der junge Büsinger, der nach abgeschlossenem Studium nun wieder in der Heimatgemeinde lebt. u Er kann sich vorstellen, Gemeindegelder einzusetzen, um Steuerungerechtigkeiten auszugleichen. Außerdem will er Tourismus fördern und Begeisterung für Büsingen erzeugen.

Dies sieht Büsingens Kämmerer und Hauptamtsleiter Wolfgang Welle als Kandidat nicht anders: „Volle Kassen und leere Häuser, das kann nicht Büsingens Zukunft sein“, plädiert Welle für die Diskussion um Prämien für ansiedelungswillige Familien. Er möchte den Steuerfreibetrag für Büsingen an den Wechselkurs koppeln.

Statt Ringen um Freibeträge setzt der Rheinfelder Kandidat Joachim Widera auf Autonomie und träumt von einer Freihandelszone nach Lichtensteiner Vorbild. Mit einem Thermalbad will er den Tourismus ankurbeln und bei allmorgendlichen Kontrollgängen die konjunkturelle Entwicklung der Kommune im angedachten Gewerbepark für innovative Technologien beobachten. Von Bienen und Bürgern berichtete der Rottweiler Landwirtschaftsamtsmann Michael Schönle, der nach seiner Kandidatur in Hilzingen, es nun in Büsingen ein weiteres Mal probiert. Möglichkeiten zur besseren Außendarstellung der Gemeinde sieht der ambitionierte Imker aus dem Tengener Ortsteil Uttenhofen im Ausbau der Internetpräsenz von Büsingen.

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Bürgermeisterwahl in Büsingen: Die Exklavengemeinde Büsingen sucht nach einem neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Gunnar Lang hat seinen Rücktritt im vergangenen Herbst angekündigt, nun wird am 22. April 2012 sein Nachfolger gewählt. Lesen Sie alles zu den Kandidaten und zur Wahl in unserem Themenpaket.
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