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Büsingen Büsingen droht eine Invasion

Büsingen – Büsingens Bürgermeister Gunnar Lang weiß nicht, ob er das Fax als verspäteten Aprilscherz betrachten soll, das ihm ein Generalfeldmarschall Nikolaus von Flüe Rimpler geschickt hat.

Auf zwei Seiten kündigt der selbst ernannte, kommandierende General aller Preußen seinen Besuch auf Dienstag, 20. April, an. Wann, wo und wie die Invasion genau geschehen soll, bleibt jedoch im Dunkeln.

„Wir beehren uns, Büsingen mit etwa 3500-4500 handlungsbereiten Besuchern zu verstärken“, schreibt der General. Dann soll ein Mehrheitsbeschluss proklamiert werden, um die Exklave an das Reichsland Elsaß-Lothringen anzuschließen.

Lang hat bereits Gelassenheit angesichts solcher Ankündigungen entwickelt. Jahrelang hat der so genannte „König von Marduk“ sein Besitzrecht an Büsingen proklamiert und die Gemeindeverwaltung als unrechtmäßig tituliert. Außer einem ominösen Besuch seines Staatssekretärs ist damals aber wenig passiert. Als Staatssekretär trat einst der schon mehrfach mit Gesetz und Polizei in Konflikt geratene Thomas Vogel aus Tengen auf, der zuletzt mit anrüchigen Internetvideos zum Fall Kampusch international die Justiz narrte (wir berichteten).

Auch jetzt gibt es offenbar wieder Kontakte zum Königreich Marduk. In Internet beruft sich der Generalfeldmarschall auf den seltsamen König Marduk. Rimpler erklärt dort, dass er die Rufmordkampagnen, Verleumdungen und Lügen gegen Seine Majestät Prof. Dr. Bosch, den König von Marduk, aufdecken wolle.

Das Bindeglied von Marduk zum Generalfeldmarschall scheint die Ansicht zu sein, dass einige Teile der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg nicht offiziell anerkannt worden seien. „Büsingen wurde nach Kriegsende nicht Bestandteil des Landkreises Konstanz“, behauptet Rimpler auf seiner Internet-Seite – und will die vermeintlich staatenlose Gemeinde – wie auch Helgoland und Elsaß-Lothringen – okkupieren.

Gespannt harrt Bürgermeister Gunnar Lang nun auf zwischenstaatliche Konflikte, denn der preußische General plant am 20. April einen militärischen Korridor von Deutschland durch die Schweiz zur Exklave zu schaffen. Dass er dies mit den beiden Staaten abgesprochen hat, scheint fraglich. Lang ist davon nichts bekannt. „Aus organisatorischen Gründen wird es erforderlich, einen ständigen Korridor in ausreichender Breite aufrecht zu erhalten, um die militärische Versorgung sicherzustellen“, heißt es in dem mit zahlreichen Wappen verzierten Schreiben des staatspreußischen „Referats für Gebietsregularien“ an Lang, das die „Operation Sommerschwalbe“ ankündigt. Was das bedeuten soll, ist Lang unklar. Ebenso der finale Gruß des Feldmarschalls: „Immer gefechtsbereit!“

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