Bodman-Ludwigshafen Nach Starkregenschauern: Schlammlawinen fließen durch Ludwigshafen

Großer Unmut bei betroffenen Anwohnern: Zum dritten Mal in einer Woche gibt es Wasserschäden.

In der Schorenstraße in Ludwigshafen ist der Unmut praktisch mit Händen zu greifen. Schon zum dritten Mal innerhalb von einer Woche haben die Anwohner mit Wasserschäden zu kämpfen (siehe Kasten). Besonders schlimm dieses Mal: Es war nicht nur Wasser, das in die Häuser eindrang, sondern vor allem Schlamm. Elke Graff ist eine Anwohnerin in der Schorenstraße. Am vergangenen Wochenende sei ihre Garage zweimal vollgelaufen, dieses Mal sei der Schlamm auch in die Wohnung eingedrungen. Und Anwohner Florian Loewenberg fährt als Nachbarschaftshilfe mit einer Schubkarre Sandsäcke durch die Straße: "Wir bauen auf fürs nächste Mal."

 
 

Betroffen sind aber nicht nur die Anwohner der Schorenstraße. Besonders schlimm sei es in der Hauptstraße und der Stockacher Straße gewesen, wo mehrere Zentimeter tief der Schlamm gestanden habe, sagt Steffen Bretzke, Gesamtkommandant der Feuerwehr von Bodman-Ludwigshafen. Nach seiner Einschätzung waren die Schlammlawinen am Freitagabend massiver als bei den Gewittern am vergangenen Wochenende. 16 Einsätze in Gebäuden, in die Schlamm eingedrungen ist, verzeichnet die Feuerwehr. Etwa 50 Feuerwehrleute waren laut Bretzke im Einsatz. Dazu gehörten beide Abteilungen aus Bodman-Ludwigshafen und die Feuerwehr Sipplingen. Außerdem habe man Wassersauger von der Stockacher Feuerwehr bekommen. Für etwa eine Dreiviertelstunde haben die Einsatzkräfte auch die Kreuzung an der Überlinger Straße gesperrt, um große Steine wegzuräumen.

 
 

Laut Bürgermeister Matthias Weckbach sei der Schlamm durch den ganzen Ort gelaufen und vor dem Gasthof Traube zum Stillstand gekommen. Die Ursache macht er in großen Regenmengen aus, 32 Liter pro Quadratmeter seien in zehn Minuten gefallen – hochgerechnet auf eine Stunde wären das mehr als 190 Liter, etwa die Größenordnung einer Badewanne. Das Wasser sei die Bundesstraße 31 heruntergelaufen – und den Hang, an dem gerade die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Haiden laufen. Dort wurde der Mutterboden für die Arbeiten entfernt, was viele Anwohner nicht verstehen. Im lehmhaltigen Untergrund versickere nichts, so Weckbach. Auf dieses Problem habe die Gemeinde das Unternehmen hingewiesen, so Weckbach: "Das hätte man ernster nehmen können." Andererseits müsse man aber die Straßen bauen, und bei solchen Wassermassen könne kein Becken etwas ausrichten. Wenn die Kanäle im Baugebiet fertig sind, in einigen Wochen, sei das nicht mehr so, versichert der Bürgermeister. Einstweilen soll es weitere Sandsäcke und Kanthölzer zum Schutz geben. Und er sei sehr dankbar für den Einsatz von Feuerwehr, Bauhof, örtlichen Firmen und Anwohnern, so Weckbach.

Vor einer Woche

Bereits am vergangenen Wochenende ist die Feuerwehr von Bodman-Ludwigshafen zu fünf Einsätzen ausgerückt. Auch damals war das Problem, dass Wasser oberhalb des Ortes nicht versickern konnte. Die Feuerwehr hat Sandsäcke verlegt. Laut Bürgermeister Matthias Weckbach gab es schon erste Maßnahmen. Diese haben aber offenbar nicht ausgereicht.
 

Mehr Bilder von den Schlammlawinen in Ludwigshafen:

Ein Blick in die Stockacher Straße zur Hochzeit der Schlammlawine.
Ein Blick in die Stockacher Straße zur Hochzeit der Schlammlawine. | Bild: Diana Specht
Aufräumarbeiten nach der Schlammlawine: Feuerwehrleute an der Kreuzung von Überlinger Straße und Hauptstraße.
Aufräumarbeiten nach der Schlammlawine: Feuerwehrleute an der Kreuzung von Überlinger Straße und Hauptstraße. | Bild: Sebastian Strobel, Feuerwehr Ludwigshafen
Die Person im Hintergrund zeigt, wie hoch das Wasser stand: Am Gasthaus Traube seien die Wasser- und Schlammmassen zum Stillstand gekommen, berichtet Bürgermeister Matthias Weckbach.
Die Person im Hintergrund zeigt, wie hoch das Wasser stand: Am Gasthaus Traube seien die Wasser- und Schlammmassen zum Stillstand gekommen, berichtet Bürgermeister Matthias Weckbach. | Bild: Sebastian Strobel, Feuerwehr Ludwigshafen
Aufräumarbeiten nach der Schlammlawine vom 14. Juli 2017.
Aufräumarbeiten nach der Schlammlawine vom 14. Juli 2017. | Bild: Stephan Freißmann
Elke Graff zeigt, wie hoch der Schlamm an ihrem Auto gespritzt ist.
Elke Graff zeigt, wie hoch der Schlamm an ihrem Auto gespritzt ist. | Bild: Stephan Freißmann
Mit Sandsäcken und Brettern versuchen die Anwohner, sich vor dem Schlamm zu schützen.
Mit Sandsäcken und Brettern versuchen die Anwohner, sich vor dem Schlamm zu schützen. | Bild: Stephan Freißmann
Florian Loewenberg bei der Nachbarschaftshilfe: Er fährt mit einer Schubkarre Sandsäcke durch die Schorenstraße.
Florian Loewenberg bei der Nachbarschaftshilfe: Er fährt mit einer Schubkarre Sandsäcke durch die Schorenstraße. | Bild: Stephan Freißmann
Mitarbeiter des Bauhofs von Bodman-Ludwigshafen reinigen die Straßen. Im Vordergrund der schlammbedeckte Gehweg an der Mühlbachstraße.
Mitarbeiter des Bauhofs von Bodman-Ludwigshafen reinigen die Straßen. Im Vordergrund der schlammbedeckte Gehweg an der Mühlbachstraße. | Bild: Stephan Freißmann

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