Warum sich mit Hilfe einer Winde in die Höhe schleppen lassen, wenn man sich vom 550 Meter hohen Stettelberg doch in die Lüfte erheben kann? Experten behaupten, dass Schlepp für den Piloten sicherer ist als alpines Fliegen.
Es sei auch leichter zu erlernen. Schlepp sei außerdem umweltschonend und die effizientere Schulungsmethode. Generell sei man vom Berg unabhängig und könne seinen Flugsport auch im Flachland ausüben. Der körperliche Einsatz hält sich laut Fachmeinung in Grenzen, die Lerneffekte (Landetechnik, Flugperformance, Gerätewechsel etc.) könnten entsprechend verbessert werden. Auch solle man die Entlastung der Startplätze am Berg und die geringe Wetterabhängigkeit nicht außer Acht lassen. Soweit die Fachleute.
Der Drachen- und Gleitschirmfliegerclub „Seeadler“ Ludwigshafen verfügt in Mindersdorf (Gemeinde Hohenfels), neun Kilometer vom Stettelberg entfernt, über ein Windenschleppgelände mit einer Strecke von rund 1600 Meter (Hauptschlepprichtung West), welches der Grundstücksbesitzer und DFC-Pilot Josef Martin dem Verein zur Verfügung gestellt hat. Es ist die schönste und längste Schleppstrecke im Süden Deutschlands. Geschleppt wird mit einer Koch-Doppeltrommel mit VW-Motor. Die motorentechnisch vollständig durchgecheckte Winde und das neue Quad bieten optimale Bedingungen. Es ist eine Schlepphöhe je nach Wind bis 500 Meter möglich. „Bei guten Ostlagen wurden schon Flüge mit dem Drachen bis nach Frankreich geflogen. Nicht verborgen geblieben ist, dass es immer wieder guten Piloten gelingt, von Mindersdorf aus größere Strecken zu fliegen. „Das Windenschleppen wird zwangsläufig einen Aufschwung erleben“, sagte DFC-Vorsitzender Siegfried Keller, langjähriger Drachen- und Gleitschirmflieger, im Gespräch mit dem SÜDKURIER.
Der Club hat sich in letzter Zeit verstärkt mit dem Windenfliegen beschäftigt und bietet auch Windenschleppkurse für Drachen und Gleitschirme an. So hat er im vergangenen Jahr zwei Kurse erfolgreich mit acht Flugschülern durchgeführt, die alle die nicht einfache Prüfung bestanden haben. Da das Interesse am Windenfliegen gerade für Anfänger am Drachen oder Gleitschirm zunimmt, beabsichtigt der DFC „Seeadler“, in diesem Frühjahr wieder einen Windenschleppkurs durchzuführen. Das Mitglied Sebastian Müller hat sich bereit erklärt, den Kurs zu organisieren. Wer sich an dem Schleppkurs beteiligen möchte, kann sich beim Vorsitzenden Siegfried Keller anmelden (Telefon 07773 / 5128 oder per E-Mail an siggi. keller@t-online.de). Eingeladen sind auch Nichtmitglieder des DFC.