700 Oldies lassen beim Oldtimertreffen die Herzen der Autofans höher schlagen.
Der MSC Sernatingen Oldtimerfreunde muss einen besonders guten Draht zum Wettergott haben, denn anders kann man es sich nicht erklären, dass dem Club bei seinen jährlichen Oldtimertreffen jedes Mal „Kaiserwetter“ beschieden ist. So machte auch die 23. internationale Veranstaltung, die traditionsgemäß mit dem „Häfler Seefest“ einhergeht, keine Ausnahme. Gutes Wetter macht den Oldtimerbesitzern Mut zur Teilnahme, denn bei ungünstiger Witterung bleiben viele der kostbaren stählernen Pretiosen in der Garage. So mögen es über 700 chromblitzende „Schnauferl“ und einige tausend Oldtimerfreaks gewesen sein, die am Samstag und Sonntag in Ludwigshafen den Schlößlepark und die übrigen Uferanlagen bevölkerten.
Andrang auf dem Festgelände
Bereits in den frühen Morgenstunden des Samstags setzte der Zustrom der Oldies ein. Als kurz nach 11 Uhr „Kanonsepp“ Josef Zimmermann sechs Schüsse aus der historischen Gemeindekanone aus napoleonischer Zeit abgefeuert und die Oldtimer-Musikanten aus Niedereschach das Badnerlied intoniert hatten, eröffneten der Vorsitzende des MSC Sernatingen, Christoph Karle und Bürgermeister Matthias Weckbach gemeinsam das Oldtimer-Festival. Schon jetzt herrschte auf dem Festgelände ein Massenandrang von Menschen und Maschinen. Einige Oldie-Freaks hatten sich schon am Freitagabend eingefunden und am Seeufer eine kleine Zeltstadt aufgebaut, um sich einen guten Platz zu sichern. Die Ordner waren bei der Auffahrt der Fahrzeuge gefordert, aber durch ihre jahrelange Erfahrung war ihre Aufgabe reine Routine. So klappte auch dieses Mal die Organisation hervorragend und die Gäste – ob aktiv oder passiv – wussten dies zu schätzen.
Die Stars unter den „Schnauferl“– und es gab eine ganze Menge – standen besonders im Blickpunkt der Oldtimerfreunde. So zum Beispiel ein Simplex aus dem Jahr 1918, fabriziert in New York, und ein Duesenberg Tourer, Baujahr 1923, mit dem die Autosammlung Steim aus Schramberg die Autofreunde begeisterte. Von dieser achtzylindrigen amerikanischen Luxus-Limousine, von der nur 550 Exemplare gebaut wurden, sind heute nur noch 40 vorhanden. Und dann eine Reihe MGs und Morgans aus den späten zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts oder einige Luxus-Karossen von Buick von der Abteilung General Motors, diverse Fiats und natürlich historische und noch aktuelle deutsche Marken, allen voran Mercedes in vielen Variationen und Altersklassen. Außerdem eine Käfer-Invasion aus der frühen Nachkriegszeit bis 1978.
Natürlich nicht zu vergessen die zweirädrigen knatternden Oldies wie Adler, BMW, NSU, Ardie, Zündapp, Horex, Kreidler Sachs, Ducati und andere mehr. Von den Zugmaschinen waren Hanomag und Lanz Mannheim zahlreich vertreten. Und noch ein besonderer Oldtimer machte Station. Im Hafen am Zollhaus hatte die Fähre Meersburg ex Konstanz fest gemacht, deren Restaurierung erst vor wenigen Wochen abgeschlossen werden konnte. Ein Teil der Oldtimer machte auf den Ausfahrten Station in der Stockacher Oberstadt (siehe Bericht unten) und im Ludwigshafener Hinterland, um auch den Autofreunden etwas Freude zu bereiten, die nicht nach Ludwigshafen kommen konnten.
Attraktiv auch das Rahmenprogramm: „Klassiker im Mondenschein“, also Beleuchtung der Fahrzeuge bei Einbruch der Dunkelheit mit Lampions und Fackeln und ein großes Seefeuerwerk, gezündet an Bord des Oldtimers „MS Bodman“, am Samstagabend. Für musikalische Unterhaltung sorgten an den beiden Tagen die Brass Band des MV Ludwigshafen, der „See-Express“, „Easy Riders“, „Ciro Five“ und die „Shadoogies“. Ein Oldtimerfest, wie es attraktiver und schöner nicht hätte sein können.