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Bodman-Ludwigshafen Ein Spektakel für Oldtimerfreunde

05.10.2011


Ludwigshafen – Das Seeende steht an diesem Wochenende, im Zeichen des 3. Haldenhof-Revivals, eines motorsportlichen Großereignisses.

Der MSC Sernatingen Oldtimerfreunde reiht sich damit in die Jubiläumsfeiern zu 125 Jahren Automobil ein und schreibt zugleich ein weiteres Stück örtliche Automobilgeschichte. Das Haldenhof-Revival ist kein Rennen im eigentlichen Sinne, sondern eine Gleichmäßigkeitsprüfung für Oldtimer, klassische Rennfahrzeuge, Motorräder und Gespanne bis Baujahr 1973. Eine Gleichmäßigkeitsprüfung im Motorsport ist ein Wettbewerb, bei dem ein Auto oder Motorrad – nicht wie im Rennen – möglichst schnell bewegt wird, sondern gleichmäßig innerhalb von Sollzeiten. Diese Wettbewerbsart ist besonders für historische Fahrzeuge geeignet. Die Teilnehmer absolvieren einen Probelauf und drei Wertungsläufe. Mit dem ersten Wertungslauf geben sich die Fahrer eine Zeit vor und müssen diese in den beiden weiteren Läufen exakt wiederholen. Wem dies am Besten gelingt, ist der Sieger des Wettbewerbs.

Das Mercedes Benz Kombinations-Coupe Baujahr 1937, das direkt aus dem Museum in Stuttgart angeliefert wird, kann also genau so gut gewinnen wie das Siegerauto von Juan Fangio des Jahres 1957 oder der baugleiche Maserati F 250 von Georg Kaufmann aus der Schweiz. Der noch aktive Rennfahrer Sebastian Asch aus Ammerbuch, dessen Vater in den 70er Jahren schon beim legendären Haldenhof-Bergrennen gestartet ist, hat dieselben Siegchancen wie der 78-jährige Triumpf-Fahrer aus Ludwigshafen, das fröhliche Damenteam im Fiat 850 Spider oder der flinke MZ-Gespann-Lenker aus Bodman. Am Start sind auch wieder Rechtsanwalt und TV-Schauspieler Ingo Lenßen auf Wiesmann und der frühere Rennfahrer Alfred Guldi auf seiner March, beide aus Ludwigshafen.

Übrigens gehen aus der Seegemeinde acht weitere Fahrer an den Start. Mit von der Partie wird auch wieder die bekannte Schriftstellerin Gaby Hauptmann aus Allensbach auf Opel sein. Die Anmeldeliste weist zahlreiche Teilnehmer mit Rang und Namen auf. Aus der Schweiz werden rund 30 Fahrer ihr Glück versuchen, so dass die Veranstaltung internationalen Charakter trägt. Das Interesse an einer Teilnahme am Haldenhof-Revival nahm derart Formen an, dass der Veranstalter nach der 157. Anmeldung einen Strich unter die Liste machte.

In diesem Jahr wurden im Rennablauf Änderungen vorgenommen. Der Aufstellungsraum der Fahrzeuge ist in der Stockacher Straße. Der Start befindet sich in der Poststraße. Von da geht es über die Mühlbachstraße in Richtung Bergstraße (Kreisstraße Richtung Bonndorf). Die Zuschauer sind viel näher am Geschehen und es kann insbesondere durch die Fahrt entlang der Mühlbachstraße eine Stimmung aufkommen wie bei dem Formel-1-Rennen in Monaco.

MSC-Vorsitzender Christoph Karle verhehlt nicht, dass die Veranstaltung insbesondere am Sonntag, dem Trainings- und Renntag, für den Ortskern eine Mehrbelastung durch Lärm mit sich bringt. Und da der Start zum Trainingslauf bereits um 8 Uhr stattfindet, werden die ersten Teams bereits ab 6 Uhr mit den Aufbauten beginnen und die ersten Teilnehmer ab 7 Uhr durch die Straßen fahren. Es sind neben Klassikern, wie sie beim Oldtimertreffen im August zu sehen waren, auch Rennfahrzeuge erster Güte und unterschiedlicher Epochen am Start, die normalerweise nur auf dem Nürburg- oder Hockenreimring oder aber in einem Museum zu sehen sind. Diese Fahrzeuge sind sehr laut, worauf der MSC hinweisen möchte. „Gegen 16.30 Uhr“ wird der Spuk aber zu Ende sein, tröstet der MSC-Boss die lärmempfindlichen Mitbürger.

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