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Allensbach Nach tödlichem Unfall auf B 33 bei Hegne: Wie sicher ist der Radweg für Fahrradfahrer?

Nur die Uhrzeit verhinderte eine Katastrophe: Nach dem tödlichen Unfall auf der B 33 rückt die Sicherheit des Radwegs wieder ins Blickfeld. Zu einer anderen Tageszeit wäre es vermutlich nicht bei einem Todesopfer geblieben. Wie gefährlich ist der Radweg für die Fahrradfahrer wirklich?

Auch Stunden später konnte jeder sehen, dass am frühen Samstagmorgen noch viel Schlimmeres hätte passieren können. Durchpflügte Wiesen und Bremsspuren quer über den Bodensee-Radweg kündeten von einem schrecklichen Unfall, der zu einer anderen Tageszeit wohl eine Katastrophe ausgelöste hätte. Ein schwerer Lastzug kam erst 50 Meter neben der Straße auf einer Wiese zu stehen, nachdem ein Auto in ihn geprallt war. Der Fahrer des Mini starb noch an der Unfallstelle. Nur weil gegen 5.21 am Morgen, als sich die Kollision ereignete, keine Radler unterwegs waren, kam es nicht zu weiteren Opfern. Tagsüber wird der Bodensee-Radweg von einer dichten Kette von Sportlern und Ausflüglern befahren. Nicht einmal eine Leitplanke schützt sie vor Fahrzeugen, die in dieser Linkskurve (aus Richtung Allensbach gesehen) von der viel befahrenen Bundesstraße abkommen.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, stand zunächst nicht fest. Der 54 Jahre alte Fahrer eines Mini war aus Richtung Konstanz unterwegs. „Aus bislang nicht bekannten Gründen“, so die Polizei in einer Pressemitteilung, kam er in der Kurve auf Höhe Hegne nach links von der Fahrbahn ab. Dabei prallte er frontal auf einen Lastwagen mit Anhänger. Die Einsatzkräfte konnten das Leben des Mannes nicht mehr retten. Der Lastwagenfahrer wurde nur leicht verletzt, der Lastzug wurde aber schwer beschädigt. Die Bergung des Gespanns dauerte bis Samstagmittag.

Bild: Feuerwehr Allensbach

Die Feuerwehr Allensbach war unter dem Kommando von Karl-Heinz Späth mit 23 Kräften im Einsatz. Sie sicherten unter anderem die Unfallstelle und bargen den Autofahrer. Da anfangs nicht klar war, ob sich noch ein Beifahrer im Mini befunden hatte, wurde ein angrenzendes Feld mit einer Wärmebildkamera und einer Suchkette systematisch abgesucht, teilte die Feuerwehr Allensbach mit. Im Einsatz waren fünf Fahrzeuge; neben der Feuerwehr waren die Polizei und der Rettungsdienst mit mehreren Fahrzeugen vor Ort.
 


Die Bundesstraße 33 war zwischen Allensbach und Waldsiedlung für den Einsatz und die Bergung über drei Stunden gesperrt. Auf der Umleitungsstrecke vom Knoten Allensbach-Mitte über den Konstanzer Ortsteil Dettingen kam es zu Blockaden und langen Staus.
 

Der Unfall dürfte die Debatte über die Sicherheit der Radfahrer auf diesem Abschnitt neu befeuern. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Befürchtungen gegeben, sie könnten von Autofahrern erfasst werden, die von der wenige Meter entfernten Bundesstraße abkommen. Im Februar 2014 kippte ganz in der Nähe der Unfallstelle vom Samstag ein Lastwagen um und verlor 24 Tonnen Weizen.

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