Bodman-Ludwigshafen (fws) Die in Berlin lebende Malerin Astrid T. Marai aus Ludwigshafen präsentiert ihre Kunst erstmals in ihrer Heimat. Ihren ersten Kunstunterricht erhielt bei Bildhauer Peter Lenk.
In Überlingen 1960 geboren, in Ludwigshafen, wo auch ihre Eltern wohnen, aufgewachsen und jetzt in Berlin lebend und wirkend, ist sie vom See nie los gekommen: Astrid T. Marai. Dieser Name steht für Astrid Maria Töpfl. Sie hat sich in der Malerei und Fotografie einen Namen gemacht. Jetzt stellt sie ihre Kunst unter dem Motto "Freier Geist in Farbe und Stein" erstmals in ihrer Heimat aus, zusammen mit dem Steinbildhauer Dieter Schwarz, mit dem sie Geburtsort und Wirkungsort gemeinsam hat.
Auf der Suche nach Ausstellungsmöglichkeiten in der alten Heimat sind beide Künstler auf die Galerie im Bahnhof Sipplingen gestoßen. Hier, direkt am See, werden Ölbilder der Ludwigshafener Künstlerin und Steinskulpturen ihres Überlinger Kollegen zu sehen sein. Vernissage ist am Freitag, 29. September, 19 Uhr.
Ihren ersten Kunstunterricht erhielt sie bei dem Bodmaner Bildhauer Peter Lenk. Und wer bei diesem Künstler in die Schule geht, aus dem wird was, heißt es. Auf Astrid T. Marai trifft dies jedenfalls zu. In ihren Bildern findet sich immer wieder das Thema Landschaft in abstrakt-figürlicher Weise. Fließende Formen und dunkle Bergrücken lassen den Bezug zu prägenden Erinnerungen an den Bodensee erkennen. "Zwischen Form und Formlosigkeit befindet sich der transitorische Raum, in dem ich mich künstlerisch bewege. Dort, wo sich Reales und Irreales, Traum und Wirklichkeit begegnen, ist eine andere Wahrnehmung gefordert. Eine vibrierende Erfahrung wird es dann, wenn man das Sichtbare im Unsichtbaren und die Auflösung der Form in die Formlosigkeit zu ahnen beginnt. Nichts ist von Dauer, nur die Veränderung", machte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER deutlich. Künstlerisch ist es ihre Absicht, die Wahrnehmung des Betrachters hineinzuführen in all jene Räume, die sich in ihren gemalten und fotografischen Bildern verbergen.
Von 1980 bis 1986 vervollkommnete Astrid T. Marai ihre Kunst in Montreal, wo sie Freeman Palterson begegnete, in London und in Andalusien, wo sie Workshops über die Technik der Schwarz-Weiß-Fotografie besuchte, ehe sie 1986 Berlin zu ihrem Wohnsitz machte. Dort nahm sie an der Freien Universität ein Studium der Erwachsenenbildung/Ethnologie auf und eignete sich autodidaktisch Techniken der Malerei an. Seit 2004 ist sie freiberuflich als bildende Künstlerin tätig.
In der Steglitzer Ausstellung im selben Jahr machte sie bei Kunstsachverständigen auf sich aufmerksam und wurde mit dem Zehlendorfer Kunstpreis 2004 ausgezeichnet. Auch bei der Aquariana 2005 in Berlin stand sie ebenso im Rampenlicht wie bei der Steglitzer Kunstausstellung in künstlerischer Fotografie. Ihre Presse-Fotos beim Bauer Cocktail-Cup im vergangenen Jahr erregten Aufsehen.
Ihr Kollege Dieter Schwarz arbeitet seit 2001 im Steinen und verbringt jedes Jahr mehrere Wochen im italienischen Carrara, wo auch die meisten seiner Skulpturen entstehen.