Allensbach/Bodman-Ludiwgshafen Kommt die Toilette auf Kufen?
Die MS Bodman war als Toilettenschiff vor der Marienschlucht vorgesehen. Nun kommt das Boot allerdings nicht mehr in Frage, weil es in die Schweiz verkauft wurde. Bild: SK-Archiv
Die schier unendliche Geschichte vom fehlenden WC am Fuß der Marienschlucht könnte im Frühjahr 2013 doch noch zu Ende gehen. Das meint zumindest Matthias Weckbach, der hierfür zuständige Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen. Man könnte einen fahrbaren Ponton anschaffen, der ähnlich wie ein Katamaran auf Kufen steht und auf dem eine Toilettenanlage installiert ist. Dieser könnte morgens an der Schlucht anlegen und abends nach Bodman zurückkehren. Helmut Kennerknecht, der Bürgermeister der ebenfalls betroffenen Gemeinde Allensbach, meint: „Das kann man seriös überprüfen, ob es machbar ist.“ Ein Abstimmungstermin mit dem Landratsamt sei für die nähere Zukunft geplant. Zunächst müsste man hierfür die Steganlage verlängern und mit einem breiten Stegkopf ausstatten, damit der Toiletten-Ponton problemlos betreten werden könne, so Weckbach. Und für diesen Ausbau brauche es eine wasserrechtliche Genehmigung. Diese könnte man 2012 beantragen und nach der Erteilung die Arbeiten ausschreiben. Im nächsten Winter würde dann der Steg erweitert und zum Saisonstart 2013 könnte das Ganze fertig sein. „Davon gehe ich aus“, so Weckbach.
Die Kosten für den Stegausbau, die Bodman-Ludwigshafen tragen müsste, schätzt er auf zirka 50 000 Euro; die für den Ponton auf 60 000 bis 80 000. Letzteren müsste Allensbach, auf deren Gemarkung die Schlucht liegt, mitfinanzieren. Beide Gemeinderäte müssen daher noch zustimmen. Zudem hoffe man, dass die anderen am Marienschluchtfonds beteiligten Kommunen (Konstanz, Reichenau, Radolfzell, Überlingen und Sipplingen) einen kleineren Beitrag leisten – so wie bei der Sanierung der Schlucht vor einigen Jahren. Auf einen Zuschuss aus der Tourismusförderung des Landes könne man diesmal nicht hoffen. „Das haben wir schon abgeklärt.“ Kennerknecht merkt denn auch an: „Ein großes Thema wird noch die Finanzierung sein.“ Zudem müsste man sich auch bei der Gestaltung der WC-Anlage etwas einfallen lassen, was optisch vertretbar sei. „Diese Frage klären wir, wenn es generell grünes Licht gibt.“
Ganz neu ist die Idee nicht: Im Herbst 2010 hatte Weckbach als Klo-Lösung an das damals ausgediente Fahrgastschiff MS Bodman gedacht. Dieses hätte man von der Motorboot-GmbH Bodman abkaufen und aufrüsten müssen. Damals hatte Weckbach die Kosten auf 125 000 Euro geschätzt. Doch das Schiff wurde nun kurzfristig an einen Betrieb im schweizerischen Güttingen veräußert. „Wir hatten ein sehr gutes Angebot“, erklärt hierzu Weckbach. Für die Toilettenschiff-Variante hätte der Steg wohl noch mehr erweitert werden müssen. Er habe hierüber schon mit dem Landratsamt gesprochen; demnach scheine die Genehmigung des Stegausbaus möglich.
