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Allensbach Jung und Alt lernen voneinander

12.06.2010


Allensbach – Andere Lebenswelten kennenlernen können die Achtklässler der Marianum-Realschule und Bewohner des Altenpflegeheims Maria Hilf des Klosters Hegne beim erstmals laufenden Projekt „Zeit für Begegnung – Jung und Alt gemeinsam“. Die Jugendlichen besuchen dabei acht Wochen lang immer am Donnerstagnachmittag betagte, teils kranke Menschen im Alter von 75 bis 95 Jahren, machen Spiele mit ihnen, lesen vor, gehen spazieren oder unterhalten sich einfach.„Dabei geht es nicht wie anderswo meist um die Berufsorientierung“, erklärt Klassenlehrerin Christina Luft.

Die Schüler sollen vielmehr erfahren, dass sie wichtig für andere sind, gebraucht werden und sich bewähren müssen. Im Vorjahr gab es hierfür mit den damaligen Siebtklässlern bereits ein Kindergarten-Projekt. Das jetzige sei nun eine größere Herausforderung.

Im Heim begleitet werden die – in drei Gruppen aufgeteilten 14 Mädchen und 14 Jungs von der Kunsttherapeutin und Lehrerin Isa Barlak. Manche Schüler hätten anfangs schon Mühe, berichtet sie. Doch das lege sich im Laufe der Zeit: „Sie gehen anders raus.“ Sie achte darauf, dass die Jugendlichen nicht überfordert würden, schaut, welche Schüler und Bewohner zusammenpassen. Die Schüler halten ihre Erfahrungen in einem Projekt-Tagebuch fest. Aus den Einträgen klingt heraus, dass Jugendliche wie Bewohner von dem Projekt profitieren, wie die künftige Heimleiterin Sylvia Scholz betont: „So entsteht Verständnis. Das ist für die Sozialkompetenz wichtig.“ Beide Generationen könnten voneinander lernen.

Sie finden's gut, sagen die Achtklässler Annabelle und Dominik Blum, Selina Gehring, Felix Keller, Nina Mellert, Melissa Sauter, Marius Weber und Jannik Werner, die derzeit die Besuche absolvieren. Es mache Spaß, diese Menschen kennenzulernen, sagt Melissa – und ihnen Freude zu bereiten, fügt Marius an. Die Bewohner können im Gegenzug nicht nur ihren reichen Erfahrungsschatz weitergeben, mitunter verblüffen sie auch mit aktuellem Wissen, berichtet Barlak: „Ein Schüler hat sich gewundert, dass man mit Schwestern auch über Fußball reden kann, dass die sich so gut auskennen.“

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