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Allensbach Herzwürmer statt Giftköder: Parasiten bedrohen Hunde und Füchse

Liegen in Allensbach Giftköder für Hunde aus? Auf Facebook wird immer wieder davor gewarnt. An diesen Gerüchten sei aber nichts dran, sagt Jäger Pius Wehrle. Füchse seien mit Herzwürmern infiziert und auch ein Hund sei daran gestorben.

Die Angst vor Giftködern für Hunde beschäftigt die Allensbacher Bürger seit Wochen. Anzeigen bei der Polizei gab es keine (wir berichteten), doch das Gerücht kursiert auf Facebook und schockiert viele Hundebesitzer. An unterschiedlichen Stellen wird in dem sozialen Netzwerk wieder vor tödlichen Futterstücken gewarnt. Sie sollen im Umfeld der Nägelriedstraße liegen oder gelegen haben. Mindestens ein Hund soll bereits an den Folgen einer Vergiftung gestorben sein, ein anderer Hund hätte es nur knapp überlebt. Auch Füchse hätten diese Giftköder schon gefressen und seien qualvoll verendet.

Pius Wehrle, Jagdpächter des Gebietes um Allensbach, hält die Giftköder-Nachricht für ein Gerücht. Er gibt an, die Besitzerin des betroffenen Hundes zu kennen. „Er ist an einer Infektion gestorben, aber nicht an einer Vergiftung“, sagt er. Auch habe Wehrle bei seinen zahlreichen Streifzügen durch das Jagdgebiet noch keine Giftköder entdecken können. Tote Füchse allerdings hat es in Allensbach gegeben. Im vergangenen Oktober hat Wehrle zwei verendete Tiere gefunden, einen beim Rossberg, einen weiteren im Wald hinter der Schmieder-Klinik. „Einer lag regungslos auf dem Feld, ohne Kampfspuren am Körper. Das ist sehr ungewöhnlich“, sagt der erfahrene Jäger. Er schickte die beiden Tiere zur Untersuchung durch das Veterinäramt. Der Befund war nicht alltäglich: Die beiden Füchse litten an französischen Herzwürmern. Diese Parasiten kommen häufiger in Südeuropa vor und werden über Zwischenwirte, wie beispielsweise Schnecken, übertragen. Sie nisten sich in Herz und Lunge ein, schwächen und schädigen die Organe.

„In Deutschland werden Herzwürmer recht selten diagnostiziert“, sagt Hans Ulrich Pfeilsticker vom Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Landratsamtes Konstanz. Laut einer Studie wurden im Jahr 2011 lediglich 14 Fälle von Herzwürmern bei Tieren in Deutschland registriert. Davon entfallen allerdings sechs auf den Bodenseeraum. Über die Gründe kann Pfeilsticker nur spekulieren. „Herzwürmer sind, anders als eine Tollwut-Erkrankung, nicht meldepflichtig. Wir wissen also nicht sicher, wie häufig es eigentlich vorkommt“, sagt er.

Die parasitäre Erkrankung ist nicht nur für Füchse gefährlich. Auch Hunde und Katzen können sich anstecken. Die Behandlung sei sehr schwierig, sagt Hans Ulrich Pfeilsticker. Einen sicheren Schutz vor den Parasiten gibt es ebenfalls nicht. Hundebesitzer sollten, so lautet der Rat von Pfeilsticker, auf den Zustand ihres Haustieres achten. „Ist der Hund auf einmal schlapp und kraftlos, könnten es Herzwürmer sein“, sagt der Fachmann. Und ein Test sei beim Tierarzt einfach durchzuführen. Von möglichen Giftködern, an denen Tiere gestorben sind, ist bei der Polizei jedenfalls weiterhin nichts bekannt.

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