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Allensbach Für neue Aufgaben bereit

18.03.2010


Die Marianum-Schule des Klosters Hegne bietet neu eine Weiterbildung zur Betreuung von Kleinkindern in Tagesstätten an.

Allensbach – Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ab dem Jahr 2013 besteht sogar ein Rechtsanspruch der Eltern auf solch einen Krippenplatz. Als Reaktion auf diese Entwicklung bietet die Marianum-Schule des Klosters Hegne nun neu eine berufsbegleitende Weiterbildung mit diesem Schwerpunkt an, erklärt Schulleiter Volker Pudzich. Man sei damit neben der Radolfzeller Mettnau-Schule derzeit die einzige Einrichtung im Landkreis, die eine derart spezielle Fortbildung durchführe. In der Kleinkindpädagogik habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Für die Betreuung von unter Dreijährigen bedürfe es großer Fachlichkeit. In der Erzieher-Fachschule des Marianums gebe es seit 2009 ein Wahlseminar hierzu, ab dem kommenden Schuljahr sei dies fester Bestandteil des Lehrplans. Dennoch könne man hier diesen Bereich nicht in dem Umfang abdecken wie nun in der Weiterbildung.

Provinzoberin Benedicta-Maria Kramer betont, das Kloster folge damit dem Leitspruch des Ordensgründers: Was Bedürfnis der Zeit, ist der Wille Gottes. Obwohl es für die Schwestern „schon ein zweischneidiges Schwert“ sei: „Uns wäre es lieber, die Kinder wären in den Familien.“ Aber es gehe hier um die Not vieler Eltern. Und wenn schon eine Kleinkindbetreuung sein müsse, dann solle sie „wenigstens kompetent“ sein, meint die Oberin.

Mit dem ersten Kurs wurde im Februar gestartet. Er läuft über zwei Jahre, der Unterricht findet freitagnachmittags statt. 25 Frauen nehmen daran teil – im Alter von 21 bis 59 Jahren, erklärte Clemens Luft, der Leiter des Bereichs Fortbildung im Marianum. Es habe noch mehr Interessenten gegeben. Auch in der eigenen Erzieher-Schule sei die Nachfrage groß. Wenn dies so bleibt, wäre es denkbar, bereits 2011 einen neuen Kurs zu starten. Eine größere Gruppe als 25 hält man für wenig sinnvoll. Unterrichtet wird von den bereits vorhandenen Lehrkräften sowie von Fachreferenten – so zum Beispiel im Bereich Pflege (wie schon seit zwei Jahren in der Erzieher-Ausbildung) in Zusammenarbeit mit dem Bodensee-Bildungszentrum des Klinikums Konstanz.

Auch wenn in der Politik davon ausgegangen wird, dass nur etwa ein Drittel der Eltern den künftigen Rechtsanspruch nutzen werde, brauche es allein in Baden-Württemberg 5000 bis 7000 zusätzliche, entsprechend ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, so Pudzich: „Das ist eine enorme Herausforderung.“ Er schätzt, dass sich die klassischen Kinderkrippen in Familienzentren entwickeln werden, in denen Pädagogen unterschiedlicher Fachrichtungen benötigt und auch Eltern zunehmend beraten werden.

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