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Allensbach Freudental: Der Fasnet-Johrmarkt findet nur einmal im Schaltjahr statt

Der närrische Johrmarkt bietet viel Kurioses. Spiele reichen von der Altweibermühle bis zum Hammeltanz. Den rustikalen Spaß in Freudental gibt es nur alle vier Jahre.

Ein ganz besonderes Fasnachts-Spektakel gibt es in diesem Jahr mal wieder im kleinen Bodanrück-Dorf Freudental am Montag, 8. Februar, ab 11 Uhr: den närrischen Fasnet-Johrmarkt, der immer nur in Schaltjahren stattfindet. In Happy-Valley beziehungsweise Val de Plaisir, wie der Ort dann auch scherzhaft in der Ankündigung genannt wird, werden dabei bewährte Kuriositäten geboten wie die Altweibermühle, der Hammeltanz oder die Raritätenversteigerung beim Billigen Jakob. Und zu gewinnen gibt es dörflich-rustikale Preise – bis hin zu einem schlachtreifen Schwein bei der großen Verlosung um 15 Uhr.

Der Losverkauf sei auch die Haupteinnahmequelle zur Deckung der Kosten, erklären Ortsvorsteher Lothar Bottlang, Thorsten Priller und Andrea Seel vom sechsköpfigen Organisationsgremium. Denn Veranstalter ist nicht etwa ein Verein oder gar die Gemeinde, sondern die Bürgergemeinschaft aus dem Allensbacher Doppel-Ortsteil Langenrain-Freudental. „Da ist ein Großteil der 450 Einwohner involviert“, so Bottlang. Wobei auch nur mitmachen darf, wer in den beiden Dörfern wohnt. Und kommerzielle Anbieter gebe es keine. Zur Deckung der Kosten, die höher seien als vor vier Jahren, werden erstmals Buttons mit einem eigens kreierten Logo für zwei Euro verkauft – allerdings auf freiwilliger Basis, erklärt Priller. Neu im Programm sind zudem Tanzeinlagen der Landfrauen um 12 und 13.30 Uhr.

Die Mitglieder des Orga-Gremiums müssen selbst immer wieder schmunzeln, wenn sie die urig-ländlichen Attraktionen beschreiben. Zur Altweibermühle etwa meint Bottlang: „Das ist eine patentierte Freudentaler Erfindung.“ Alte (oder auch junge) hässliche Frauen kommen da durch einen Trichter hinein in die Mühle „und kommen dann hübsch hinten raus“. Einer der Höhepunkte ist der Hammeltanz, der diesmal bereits um 13.30 Uhr beginnt. Die Teilnehmer gehen dabei paarweise auf einen Rundkurs und tänzeln im Kreis zu Musik, bis eine laute Hupe ertönt. Wer dann zufällig auf dem Podest im Rundkurs steht, gewinnt einen Preis – vom Narrenbaum über Schnaps bis hin zu einem lebenden Hammel. Wobei sich immer eine Lösung finde, wenn ein Gewinner nichts mit einem Tier anfangen könne, so Bottlang. Das Schwein bei der Verlosung gebe es dann zum Beispiel „in verzehrbarer Form“. Zu gewinnen gibt es dabei weitere rustikale Preise wie Brennholz, ländliche Produkte oder eine Mähdrescherfahrt.

Eine besondere Attraktion ist auch stets die mehrmals stattfindende Raritätenversteigerung beim Billigen Jakob. „Das ist eine Verkaufs-Show, bei der Antikes und Kurioses versteigert wird“, erklärt Bottlang. Und Seel fügt an: „Vom Kuscheltier über die Kuckucksuhr bis hin zum Nachttopf.“ Außerdem gibt es diverse skurrile Geschicklichkeitsspiele wie die Schaumkuss-Schleuder: Wer mit einem Tennisball das Loch in einer Wand trifft, dem wird ein Schaumkuss zugeschleudert. Beim Wettbewerb „Triff die Nuss“ wird oben in ein Ofenrohr eine Walnuss geworfen und die Teilnehmer müssen versuchen, diese mit einem Hammer zu treffen, wenn sie unten rauskullert. Beim Meerschweinchenlotto kann man darauf setzen, in welches Schuhschachtelhäuschen ein Meerschweinchen läuft. Außerdem gibt es ein Wettmelken am Kuhmodell, „Hafenrundfahrten“ im Ruderboot auf dem Mini-Dorfweiher, ein historisches Kinderkarussell und vieles mehr.

Für die Verpflegung wird an diversen Ständen und in Besenwirtschaften gesorgt – wobei hier, wie bei den Gewinnen, vor allem lokale Produkte angeboten werden, wie die Organisatoren erklären.


So kommen Sie hin: Sonderbusse im Einsatz

Das Organisationsgremium des Freudentaler Fasnet-Johrmarkts, zu dem Lothar Bottlang, Philipp Litz, Thorsten Priller, Susanne Reisch, Stefanie Rothmund und Andrea Seel gehören, erwartet wieder viele Besucher aus der Region. Der Markt findet am Montag, 8. Februar, ab 11 Uhr im Dorfzentrum statt. Vor beiden Ortseinfahrten werden große Parkplätze auf Wiesen angeboten. Zudem fahren Sonder-Gelenkbusse der SBG. Abfahrt am Allensbacher Bahnhof ist von 11.40 bis 18.40 Uhr jede Stunde und Rückfahrt von 12 bis 19 Uhr jeweils zur vollen Stunde. Zudem fährt die reguläre Buslinie 7370 von 11.10 bis 20.10 Uhr jede Stunde ab Bahnhof Allensbach und zurück ebenso stündlich von 11.29 bis 20.29 Uhr. Alle Busse halten in Kaltbrunn, die reguläre Linie zudem in Allensbach in der Scheffelstraße und im Gewerbegebiet. Die Fahrt kostet 1 Euro pro Person. (toz)

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