Allensbach Beteiligung an Sanierung von Bahnübergängen nur unter Vorbehalt

Die Bahn will zwei alte Bahnübergänge in Allensbach erneuern. Doch die Gemeinde will sich nur finanziell beteiligen, wenn sie einen 75-prozentigen Zuschuss bekommt

Sie sind ein Ärgernis für viele Fahrgäste: Die fünf in Kette geschalteten Bahnübergänge zwischen Allensbach und Markelfingen mit ihrer maroden Technik aus den 1960er-Jahren. Wenn es technische Probleme an einem Übergang gibt, sind alle fünf betroffen, und der Lokführer stoppt an jedem Übergang, um die Schranken von Hand zu betätigen. Die Bahn will diese Übergänge nun endlich 2019 sanieren. Doch das könnte sich verzögern, denn Allensbach will sich nur unter dem Vorbehalt an der Finanzierung beteiligen, dass sie den in Aussicht gestellten 75-prozentigen Landeszuschuss tatsächlich erhält.

Zwei der Bahnübergänge sind auf Allensbacher Gemarkung: der im Lohorn westlich der Gemeinde und der in der Unterhausgasse am Ortsende. Für die Technik und den Gleisbereich ist die Bahn allein zuständig. Aber die Baukosten für Arbeiten im Kreuzungsbereich wie Straßenerweiterungen sind laut Eisenbahnbundesgesetz zu dritteln zwischen Bahn, Bund und Gemeinde. Allensbach müsste rund 406 000 Euro für beide Übergänge übernehmen. Laut Bürgermeister Stefan Friedrich kann die Gemeinde hierfür beim Verkehrsministerium einen Zuschuss beantragen, der bis zu 75 Prozent beträgt.

Das war dem Gemeinderat zu unsicher. Ludwig Egenhofer (CDU) und Tobias Volz (SPD) sagten, sie seien gebrannte Kinder nach den Erfahrungen mit der Bahnsteigsanierung, bei der die Kosten stetig stiegen. "Wir zahlen Kosten, die Sie planen", sagte Egenhofer zu den Vertretern der DB Netze, Jürgen Wolf und Valida Pinjo-Reszat, die die überarbeiteten Pläne vorgestellt hatten. Diese konnten keine Zusage geben, dass der Zuschuss sicher ist. Der Bürgermeister kündigte an, der Zuschuss werde bald beantragt, doch: "Das Risiko ist da." Auf Antrag von Doris Hellmuth (Bunte Liste) wurde der Vorbehalt in der Kreuzungsvereinbarung mit der Bahn beschlossen, obwohl Wolf meinte, das sei gesetzlich nicht möglich. Er verwies darauf, dass Radolfzell und die Gemeinde Reichenau zugestimmt haben.

Hellmuth, Egenhofer und Wehrle monierten zudem, dass es bei der Sanierung im März und November 2018 vier Wochen Streckensperrung und einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben soll. Das sei beim letzten Mal, als Gleisarbeiten waren, eine Katastrophe gewesen.

 

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