Die Erschließung wird zu teuer. Über ein alternatives Gelände verfügt Aach aber nicht.
„Im Zuge der Planung für die Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebietes Aachtal hat sich gezeigt, dass die Erschließung sehr teuer wird“, musste Bürgermeister Severin Graf dem Gemeinderat verkünden. Dies sei hauptsächlich auf die Entwässerung und die einseitige Erschließung zurückzuführen, erklärte er. Bei der geplanten Variante hätte das Planungsbüro Erschließungskosten von rund 55 Euro pro verkaufbarer Fläche errechnet. Zuzüglich der Kosten für den Grunderwerb, die Planungskosten und die Vermessung, „ergeben sich dann Kosten, deutlich über 70 Euro pro Quadratmeter“, so der Bürgermeister. „Damit können wir zumindest die geplante Variante nicht angehen, denn für diesen Preis finden wir keine Interessenten“, ist Severin Graf überzeugt. „Der erzielbare Verkaufserlös liegt derzeit bei 45 Euro pro Quadratmeter“, stellte er fest. Bei einer verkaufbaren Fläche von etwa 19 000 Quadratmetern ergäbe sich somit ein nicht gedeckter Aufwand von mindestens 500 000 Euro, der von den beiden Gemeinden Aach und Volkertshausen aus dem Haushalt gedeckt werden müsste. „Das ist nicht machbar“, stellte Graf kategorisch fest und fragte ziemlich ratlos: „Was machen wir jetzt?“
Die Mitglieder des Gemeinderates zeigten sich mehr als erschrocken über die Nachricht. Eckehard Gabele machte seinem Unmut lautstark Luft. „Das kann doch nicht wahr sein, dass die weitere Erschließung derart teuer wird. Da ist doch in der Planung etwas schief gelaufen.“ Er schlug sogar vor, die weitere Planung einem anderen Büro zu übergeben und bei benachbarten Gemeinden Erfahrungen einzuholen, „die alle ihre Gewerbegebiete günstig anbieten können.“ Mehrere Räte machten alternative Vorschläge, die unter Umständen die Erschließung günstiger gestalten könnten.
„Es ist auch die vorausschauende Planung, sie zieht den ganzen Bereich der möglichen Erweiterung mit ein, die große Kosten verursacht“, erklärte der Bürgermeister. „Die Entwässerungsrohre müssen danach größer dimensioniert werden und kosten entsprechend viel. Die mit der Planung beauftragten Büros haben alternative Varianten zur Erschließung untersucht“, stellte der Bürgermeister vor. Alle Varianten hätten einen anderen Flächenzuschnitt. „Aber auch für diese Varianten ergeben sich immer noch Erschließungskosten zwischen 37 und 41 Euro pro Quadratmeter, was Gesamtkosten von über 60 Euro beim Verkauf ergeben würde“, musste der Bürgermeister zugeben.
Als einzige, eventuell noch vorstellbare Lösung, komme eine Erschließung von zwei Kleinflächen mit je 3000 Quadratmetern am nördlichen und südlichen Anschluss des jetzigen Gewerbegebietes in Betracht. „Wenn hierbei die Entwässerung in bestehende Systeme möglich ist, wären die Kosten unter Umständen erträglich“, schlug Severin Graf vor.
Die Verwaltung erhielt nun vom Gemeinderat den Auftrag, diese Variante zu überprüfen, mit dem Planungsbüro bei andern Gemeinden Erfahrungen einzuholen und Vorschläge für das weitere Vorgehen auszuarbeiten.
