käuflich Von Konstanz in die Schweiz, nach Singen und Rheinfelden: Wie sich der Müll in der Region verteilt

Alles, was käuflich ist, landet früher oder später im Müll. Doch wo eigentlich landet unser Müll, warum hat Recycling seine Grenzen und wie setzt die deutsche Abfallbranche 70 Milliarden im Jahr um. Die Krux mit dem Müll - Professor für Abfalltechnik Joachim Dach bringt Licht ins Dunkel.


Die Wege des Mülls sind vielfältig. Das zeigt das Beispiel Konstanz. Restmüll, Biomüll, gelber Sack und Altglas verteilen sich für Wiederverwendung und Recycling in alle vier Himmelsrichtungen, sobald die Entsorgungsbetriebe den Müll der Stadt zusammengetragen haben. Deutschland ist das Land, mit einem der ausgefeiltesten Abfallwirtschaftssysteme weltweit. Das hat Vorteile: Es schont die Umwelt, Rohstoffkreisläufe schließen sich immer weiter, Deponien wachsen deutlich langsamer bei einem gleich bleibend hohen Müllaufkommen.



Dennoch sind 100 Prozent Recycling unrealistisch. Nicht, weil die Technik es nicht zulassen würde. Die wirtschaftlichen Interessen stehen der Technik und der Umwelt im Weg - und der Weltmarkt. 70 Milliarden setzt die deutsche Abfallwirtschaft im Jahr um, die Wertschöpfung liegt bei 25 Milliarden Euro. Das Geschäft mit dem Müll ist profitabel, Anforderungen an die Recycling-Fähigkeit von Produkten deshalb zweitrangig. Für Unternehmen und Länder ist der Weg zwischen ökologischer Sinnhaftigkeit und wirtschaftlicher Zumutbarkeit ein Balanceakt. Und: Es ist abzusehen, dass sich das Design von Produkten in Zukunft immer komplexer gestaltet - und damit nicht besonders umweltgerecht. Das macht das Recycling dieser Produkte aufwendiger und teurer. Doch wer ist bereit, dieses Geld zu zahlen?

Joachim Dach, Professor für Abfalltechnik, Deponiebau, Emissions- und Immissionsschutz an der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung, erzählt im Interview, was die Krux des Geschäfts mit dem Müll ist und warum er nicht daran glaubt, dass sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten viel ändern wird. 
 

"In Europa sind die Ziele nicht ganz so ehrgeizig gesteckt."


 

"Man darf das mit der Mülltrennung auch nicht auf die Spitze treiben."


 

"Dieses Cradle-to-Cradle ist das Idealbild, von der Wiege zur Wiege."


 

"Das steckt noch in den Kinderschuhen. Ich bin nicht so optimistisch, dass das so ganz schnell vorankommt."


 

"70 Milliarden setzt die Entsorgungsbranche um. Das tut sie nicht, weil es so schön ist, mit Abfällen durch die Gegend zu fahren."


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