Um es gleich vorwegzunehmen, das Wetter war Spitze. Viele tausend Besucher genossen den diesjährigen Fasnachtsumzug in Schwerzen in strahlender Sonne.
62 Gruppen mit 2500 Maskenträgern zogen zwei Stunden durch das kleine Dorf im Wutachtal. Die 30 Guggenmusiken feuerten die Stimmung an und so konnten die Zuschauer sich die Restkälte aus den Gliedern tanzen.
Begonnen hat der Tag mit dem Zunftmeisterempfang in der Trotte. Roland Reckermann, erster Vorsitzender der Narrenzunft Gwaag und somit Gastgeber des Umzuges, führte launig durch den Empfang. Viele Gruppen gaben wieder Geld als Gastgeschenk, da die Gwaagen immer diese Gelegenheit nutzen, um für einen guten Zweck zu sammeln. Traditionell spendete der Bürgermeister Georg Eble wieder ein Fässlein einheimischen Gerstensaftes für die Versammlung, das er auch mit großer Routine anzapfte.
Walter Stritt, Ehrenmitglied und langjähriger Vorsitzender der Gwaagen, feierte passender Weise zugleich seinen 64. Geburtstag am Tag des großen Umzugs.
Um halb zwei startete der Zug, angeführt vom Musikverein Schwerzen und gefolgt von den Gwaagen. Wie immer waren aus Degernau der Musikverein und die Schnooken dabei und als gern gesehene Stammgäste waren natürlich auch die Mitglieder des Fanfarenzuges Wutöschingen gekommen, um nur einige Umzugsteilnehmer aus der Region zu nennen. Erstmalig kamen die Schlossberghexen Kappel und die weiteste Anfahrt hatten die Funkenhexen Spaichingen.
Fachkundig kommentiert wurde der Zug von Roland Reckermann und Walter Stritt. Die Mitglieder der örtlichen Vereine hatten alle Hände voll zu tun. Trotzdem waren zufriedene Gesichter zu sehen, da fast alle Bestände verkauft wurden. Allein die Gwaagen haben über 40 Kilogramm Pommes Frites und 30 Kilogramm Chicken-Nuggets verkauft. Außerdem waren die frostigen Temperaturen ideal, um sich mit einem heißen Glühwein aufzuwärmen.
Wunderbar waren auch die Zuschauer. Zumeist phantasievoll kostümiert hatten sie viel Spaß am Zug und auch die freundlichen „Attacken“ der Maskenträger mit Konfetti wurden gerne hingenommen, zumal sie meist anschließend mit Gutzle versüßt wurden.
Auch das Deutsche Rote Kreuz zog eine positive Bilanz nach dem großen Umzug. Bis auf einen verstauchten Knöchel war nichts passiert. Wie immer war nach dem Umzug noch nicht Schluss. Gleich im Anschluss begann die eigentliche Straßenfasnacht, die sich bis in den frühen Morgen hinzog.