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Wutöschingen Nach 4728 Kilometern für Tannheim am Ziel

Der Benefizradler Michael Nestler aus Wutöschingen ist wieder zu Hause. Auf dem Jakobsweg hat er viel erlebt. Zum Beispiel, dass der Tiefschlaf nach einem anstrengenden Tag auch Nachteile haben kann.

Michael Nestler zeigt stolz seinen abgestempelten Pilgerpass. Sein Ziel Santiago de Compostela hat er erreicht. Dort hat er sich in der Kathedrale seine Pilgerurkunde abgeholt. Am Lenker seines Radels hängt die Jakobsmuschel. Sie gilt als Pilgerzeichen.
Michael Nestler zeigt stolz seinen abgestempelten Pilgerpass. Sein Ziel Santiago de Compostela hat er erreicht. Dort hat er sich in der Kathedrale seine Pilgerurkunde abgeholt. Am Lenker seines Radels hängt die Jakobsmuschel. Sie gilt als Pilgerzeichen. | Bild: Heil/Privat

Nach stolzen acht Wochen hat der Benefiz-Radler Michael Nestler sein Heimatziel Wutöschingen erreicht. Insgesamt 4728 Kilometer hat er auf seiner „Ich-fahr-nur“-Tour von Wutöschingen auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien und zurück auf seinem Fahrrad zurückgelegt. Seinen Pilgerpass mitsamt dem ersten Stempel holte er sich im französischen St.-Jean-Pied-de-Port. „Leider habe ich erst auf meiner Tour erfahren, dass man den Pilgerpass via Internet bestellen und ihn bereits am Startpunkt stempeln lassen kann“, so Nestler.

Von dort aus ging es über die Pyrenäen auf die Hauptroute des Jakobsweges, den Camino Francés. Zwischen 80 und 120 Kilometer radelte Nestler täglich. Teilweise über Landstraßen, auf dem Camino Francés, aber meist über Schotterwege. Bei Tagestemperaturen um die 40 Grad musste er sich seine Kräfte richtig einteilen: „ Morgens habe ich nie Gas gegeben, sondern bin immer locker geradelt. Die glühende Mittagshitze hätte mich sonst in die Knie gezwungen“, sagt er lächelnd. Auf Grund einer Knieverletzung konnte er fünf Tage lang nicht Fahrrad fahren. „Da habe ich meinen Drahtesel täglich um die 25 Kilometer geschoben. Aber aufgeben kam für mich nie in Frage“, beteuert Michael Nestler stolz.

Übernachtet hat Nestler in den Pilgerherbergen entlang des Camino. Hier galt es für ihn, möglichst früh am Nachmittag anzukommen, damit er noch einen der begehrten Schlafplätze ergattern konnte. Die Unterkunft in den Herbergen teilte er sich mit bis zu 80 weiteren Pilgern. „Nachts fallen alle Pilger in den Tiefschlaf. So wurden in einer spanischen Herberge alle Schläfer bestohlen. Ich wurde um 50 Euro erleichtert“, erzählt er.

Auf dem Jakobsweg kommen Menschen aus unterschiedlichen Kontinenten und Gesellschaftsschichten zusammen und verfolgen den Weg als gemeinsames Ziel. Die Motivationsgründe der Pilger sind unterschiedlich, aber für jeden wird der Weg persönlich. Michael Nestler beschreibt es mit einfachen Worten: „Der Weg macht dich fertig und zwingt dich in den Boden. Aber du stehst wieder auf und machst weiter. Hier findest du deine innere Ruhe und Stille. Unter den Pilgern herrscht eine große Hilfsbereitschaft und man motiviert sich gegenseitig.“ Sein Fahrrad war Michael Nestlers treuer Gefährte. Er überstand die Tour ohne Stürze, allerdings hat er sich einen Zahn ausgeschlagen. Außerdem musste er sieben platte Reifen flicken, ein Rad wechseln, einen Satz Bremsen und Beläge austauschen und einmal die Gangschaltung einstellen lassen.

Wieder zu Hause in Wutöschingen muss Michael Nestler sich erst wieder an das Alltagsleben gewöhnen. Aber er trägt sich bereits mit Plänen für eine neue „Ich-fahr-nur“- Benefiztour.

„Mein Dank gilt allen Spendern, Sponsoren und meinem Organisationsteam“, betont Michael Nestler.

In Spanien begegnete Michael Nestler Cosma Samantha Wagner aus Schwerzen, die auch auf dem Jakobsweg unterwegs war.
In Spanien begegnete Michael Nestler Cosma Samantha Wagner aus Schwerzen, die auch auf dem Jakobsweg unterwegs war. |

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