Bereits zum sechsten Mal begleitete die 17-jährige Rollstuhlfahrerin Tamara Deck aus Schwerzen die Sternsinger. Von Geburt an leidet Tamara an einer Störung des zentralen Nervensystems, und ist auf ihren Rollstuhl angewiesen.
Dennoch ist sie ein lebenslustiger Teenie.
„Ich gehe gerne mit meiner Freundin shoppen oder zum Eisessen“, erzählt sie lachend. Außerdem ist sie ein riesiger „Tokio Hotel“-Fan und sammelt alles über ihre Lieblingsband. Vor zwei Jahren war sie zum ersten Mal bei einem Konzert in Zürich und schwärmt heute noch davon. „Was wir für Tamara tun können, wird gemacht“, betont ihre Mutter Gaby. So nahm Tamara bereits zweimal an einer Ministranten-Wallfahrt teil. Sie war 2008 in Assisi und 2010 in Rom. Überhaupt geht Tamara in ihrem Ministrantendasein auf. Sie beschäftigt sich sehr mit der katholischen Kirche und dem Glauben. Auch mit dem Thema Tod musste sie sich mehrfach auseinandersetzen, sie hat bereits mehrere Schulfreunde verloren. Zurzeit besucht die 17-Jährige eine Schule in Singen und ist in der ersten Berufsschulstufe. Jeden Morgen verlässt sie um sieben Uhr das Haus, um mit dem Zug nach Singen zu fahren. „Wir machen mit unserer Klasse viele Ausflüge, um den Unterricht mit der freien Natur zu verbinden“, sagt Tamara. So nimmt sie auch an einem einwöchigen Aufenthalt im Landschulheim teil.
In diesem Jahr möchte sie unbedingt auch noch Fallschirmspringen. Bereits zweimal hat sie schon einen Tandemsprung aus luftiger Höhe gewagt. „Ich liebe diesen Adrenalin-Kick, das Gefühl von Freiheit ist einfach unbeschreiblich“, schwärmt sie mit leuchtenden Augen. Auch auf die Fasnachtszeit freut sie sich. Als Trommlerin bei den Tiengener Schlosshexen nimmt sie an vielen Veranstaltungen teil.
Tamara ist ein Mädchen mit einer starken Persönlichkeit. Sie betont: „ Trotz meiner Behinderung gibt es so viele Dinge, die ich machen kann. Meine Familie liebt mich wie ich bin und behandelt mich wie einen ganz normalen Teenager. Mein Bruder Tizian ist immer für mich da, wenn ich ihn brauche.“