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Wutöschingen Biber attackieren am Wutachdamm Hunde

Mit dem Gang an die Öffentlichkeit möchten die Hundefreunde andere Hundebesitzer warnen. Tierarzt behandelt verletzte Hunde nach Angriffen.

Eigentlich wollte Golden-Retriever Sammy mit seinem Artgenossen Spookie nach dem Abendspaziergang nur ein kurzes Bad nehmen. Doch was sich dann am Wutachdamm in Horheim abspielte, ist für Halterin Heike Scharrenberg auch Tage später noch ein großer Schock: „Kaum war Sammy im Fluss wurde er von einem Biber angefallen und komplett unter Wasser gezogen“, erinnert sich die Hundehalterin. „Mein Mann und ich standen mit Spookies Herrchen Gerold Metzler unmittelbar daneben, aber das ging so schnell, dass wir erst gar nicht reagieren konnten.“ Fassungslos musste Heike Scharrenberg am Ufer mit ansehen, wie ein rund einen Meter großer Biber ihren Hund attackierte und unter Wasser drückte.

Nach den ersten Schrecksekunden wollte Heike Scharrenberg in die Wutach springen um ihren Hund zu retten. Doch da kämpfte Sammy sich bereits wieder an Land, und Frauchen musste mit dem nächsten Schrecken fertig werden: „Sammy war an Hals und Rücken völlig zerbissen, und er blutete ganz fürchterlich.“ Das Ehepaar Scharrenberg verfrachtete den Hund sofort ins Auto und fuhr auf direktem Weg zu Tierarzt Anton Rogg nach Lauchringen. Dieser hatte die nächsten zwei Stunden alle Hände voll zu tun, um Sammys zahlreiche Wunden zu versorgen. Bis auf die Knochen hatte der Biber den jungen Hund zerbissen. Die starken Blutungen hätten den zweieinhalbjährigen Sammy das Leben gekostet, wenn sein Frauchen nicht so schnell reagiert und Tierarzt Anton Rogg gerade nicht in der Praxis gewesen wäre. „Jedes Jahr behandle ich Hunde, die an diesem Abschnitt des Wutachdamms gebissen wurden“, erklärt der Tierarzt, „Sammy hat es wirklich schlimm erwischt.“

An derselben Stelle an der Wutach war 2013 auch Spookie, der Labrador von Gerold Metzler, von einem Biber attackiert worden. „Hätte ich meinen verletzten Hund nicht am Halsband erwischt und aus der Wutach gezogen, dann hätte er vermutlich nicht überlebt“, so Metzler. „Als letzte Woche Sammy vom Biber angefallen wurde, habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet.“

Auch Monty, der Golden Retriver von Norbert Schmidt, wäre vor 14 Tagen in der Wutach beinahe Opfer von zwei Bibern geworden. Herrchen konnte ihn gerade noch rechtzeitig aus dem Wasser ziehen. „Der Wutachdamm in Horheim ist für unsere Vierbeiner derzeit wirklich gefährlich“, sagt Heike Scharrenberg. Obwohl ihr Hund das Wasser sehr liebt, meidet sie seit der Biberattacke den Wutachdamm.

Nur wenige Meter vom Ort des Geschehens entfernt, steht die Grundschule Horheim-Schwerzen. Auch die Schüler gehen im Rahmen des Sportunterrichts gerne einmal in die Wutach. „Die Kinder sind nicht gefährdet“, erklärt Bettina Sättele, Biberbeauftragte des Landkreis Waldshut. „Ich weiß von keinem Fall, in dem ein Mensch an der Wutach vom Biber angegriffen wurde.“

Dennoch räumt Sättele ein, dass der Biber als Wildtier durchaus ernstzunehmend ist und empfiehlt allen Hundehaltern, gerade jetzt ihre Tiere an die Leine zu nehmen. „Der Biber zieht in seinem Bau zu dieser Jahreszeit seine Jungen auf, da kann er tatsächlich aggressiv reagieren, wenn ein Hund in seine Nähe kommt. Fühlt sich der kraftvolle Nager bedroht, dann verteidigt er entschlossen sein Revier.“

Heike Scharrenberg würde sich ein Hinweisschild am Wutachdamm wünschen, welches auf diese Gefahr hinweist. Warnschilder sind zwar derzeit nicht geplant, aber die Gemeindeverwaltung Wutöschingen hat auf die Vorfälle reagiert und immerhin einen Warnhinweis im Amtsblatt veröffentlicht.

 

„Keine Gefahr für Mensch und Tier“

Bettina Sättele ist Biologin und seit 2002 Biberbeauftragte im Regierungsbezirk Freiburg.

Am Wutachdamm in Horheim wurden in den letzten Wochen mehrere Hunde von Bibern attaktiert. Die Hundehalter sind in großer Sorge. Ist ein Spaziergang an der Wutach derzeit ohne Gefahr überhaupt noch möglich?

Der Biber ist von Natur aus ein sehr scheues und nachtaktives Tier. Es besteht keine Gefahr, dass der Biber auf den Wutachdamm klettert und grundlos Mensch oder Tier angreift.

Wie kam es denn zu den Übergriffen auf die Hunde?

Die Hunde waren in der Wutach baden und sind dabei vermutlich dem Biberbau sehr nahe gekommen. Der Biber fühlte sich dadurch bedroht und hat sein Revier verteidigt.

Was können Hundehalter tun, um ihre Lieblinge zu schützen?

Wenn der Hund angeleint auf dem Wutachdamm geführt wird, nicht in direkte Ufernähe kommt oder baden geht, dann wird auch nichts passieren.

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