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Weilheim Holzskulptur als große Herausforderung

Die Zimmerei Amann aus dem Weilheimer Ortsteil Remetschwiel konnte der Liste ihrer ausgefallenen Holzbauwerke, ein weiteres spektakuläres Projekt hinzufügen. Dabei handelt es sich um die Holzskulptur „Snaporaz“ des Züricher Künstlers Marco Ganz, die zu ihrem Standort in Zürich-Oerlikon transportiert wurde.

Die Zimmerei Amann-Ingenieur-Holzbau ist für ihre ausgefallenen Großprojekte längst weltweit bekannt. „Wenn's kompliziert wird, fängt's an, uns zu gefallen.“ Dieser Wahlspruch von Seniorchef Gerhard Amann galt auch für das neueste Projekt der Remetschwieler Zimmerei, das allerdings weniger mit Ingenieur-Holzbau, als vielmehr mit Kunst zu tun hatte.

Ungewöhnliche Fracht verließ dieser Tage die Werkshallen in Remetschwiel. Statt der sonst üblichen Bauelemente für Brücken, aufwändige Dachkonstruktionen oder Ähnliches, wurde Kunst verladen. Dabei handelte es sich um die Holzskulptur „Snaporaz“ des Züricher Künstlers Marco Ganz, die zu ihrem Standort in Zürich-Oerlikon transportiert wurde.

„Snaporaz“, der wundersame Name stammt aus einem Film von Federico Fellini, ist eine monumentale Hightech-Holzskulptur, die die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) bei Marco Ganz in Auftrag gegeben hatte. Die Maße des Kunstwerkes sind mit einer von Höhe 8.5 Metern, der Oberfläche von 44,2 Quadratmetern, einem Volumen von 15 Kubikmetern und einem Gewicht von 7,7 Tonnen absolut beeindruckend.

„Wir standen bei dem Auftrag wieder einmal vor einer großen Herausforderung“, so Bernhard Tritschler, verantwortlicher Projektleiter. „Auf das Ergebnis können wir mit Recht stolz sein.“

Erst aus der Nähe erkennt man, dass „Snaporaz“ komplett aus Holz gebaut ist. Sie besteht aus hunderten von Lagen verleimter Fichte, aus Furnierschichtholz, und zeigt einem je nach Blickwinkel völlig andere Strukturen. Die skulpturale Form entwickelte Marco Ganz zunächst handwerklich, über Zeichnungen und Modelle.

Daraus wurde dann ein 3D-CAD-Modell konstruiert, das den Holzbauern von Amann letztlich dazu diente, mittels computergesteuerten Fräsen und in viel Handarbeit diese riesige, fast acht Tonnen schwere Skulptur zu erschaffen. Freddy Oberle, verantwortlich für die Montage: „Für die Skulptur mussten 237 Elemente, jedes Teil separat programmiert, aus Furnierschichtholz gefräst werden. Für die Montage wurden 9000 Spax-Schrauben, 662 Dübel und 40 Kilogramm Leim verwandt.“

„Ehe der Rohling mit rund 18 Schichten Lack versehen werden konnte“, so Oberle, „musste er zwei Wochen lang akribisch beschliffen werden, bevor der Künstler mit dem Ergebnis zufrieden war und sein ok für die Lackierung gab.“

Laut Hersteller soll der Lack 30 Jahre halten. Die Skulptur, die jetzt im Innenhof der ABZ-Siedlung Jasminweg in Zürich-Oerlikon steht, zeigt exakt nach Süden. Sie wird dadurch zu einer Art Sonnenuhr, deren Schatten jeden Tag anders über die Rasenfläche wandert. Der Farbton wandelt sich ständig. Bei praller Sonne beginnen die Effektpigmente in der Lackierung richtiggehend orange zu leuchten.

Die dynamische Statur dieser Skulptur ist geprägt von der Vorstellung des Künstlers, dass eine imaginäre Wirbelsäule im Innern ihres Körpers ihr ganzes Gewicht trägt, ihre Balance hält und ihre energetisch schwingende Bewegung kontrolliert. „Snaporaz“ ist für den Künstler ein Symbol, das wie ein Blitz aus heiterem Himmel im Boden einschlägt, oder sich kraftvoll nach oben windet und der Sonne entgegenreckt. Die Interpretation des Kunstwerkes überlässt Marco Ganz dem einzelnen Betrachter.

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