Weil am Rhein Grenzübergang: Drängler sorgen für Gefahr
31.01.2012
Nicht nur der Lastwagenstau vor dem Grenzübergang Weil bringt der Autobahnpolizei viel Arbeit. Immer mehr Probleme bereiten Revierleiter Albert Effinger und seinen Kollegen Autofahrer, die mit allen Tricks versuchen, am Stau vorbeizukommen – oft rücksichtslos, in dem sie sich und andere gefährden.
„Die beste Stauwarnanlage ist nur so gut, wie sie von den Autofahrern ob im Lkw oder im Reiseverkehr auch befolgt wird“, fasst Effinger die Situation zusammen, die sich den Streifen und Zivilfahndern bei der täglichen Arbeit am Stauende präsentiert. Dabei rückt immer mehr auch der Reiseverkehr in den Blickpunkt, da gerade Berufspendler, die sich vermeintlich gut mit den Gegebenheiten am Zoll auskennen, immer häufiger versuchten, den Stau regelrecht links liegen zu lassen. „Im Idealfall sollte sich der gesamte Reiseverkehr schon möglichst früh auf der linken Spur einordnen“, schildert Effinger.
Inzwischen würden aber immer mehr Autofahrer dieses Verhalten ausnutzen, um auf der sich leerenden rechten Spur so weit wie möglich an den immer langsamer rollenden Autos vorbeizufahren „und dabei möglichst viele Plätze gutzumachen“. Keinesfalls bewusst sei den Autofahrern dabei, dass sie mit ihrem Verhalten dafür sorgten, dass der Stau immer zäher wird. Autofahrer, die ordnungsgemäß die Spur gewechselt haben, müssten nämlich wegen des Einfädelns der „Drängler“ immer mehr abbremsen, bis die ganze Kolonne am Ende stehe.
„Das Ganze ist am Ende sehr riskant“, erklärt Effinger. „Immer wieder kommt es zu Remplern mit Blechschaden, wobei wir oft erleben, dass die Autofahrer, die sich da vordrängeln, keinerlei Unrechtsbewusstsein haben“, wundert er sich. Richtig kritisch werde die Situation aber, wenn die Personenwagen unerwartet hinter den wartenden Lastwagen stehen und regelrecht eingeklemmt würden, während links von ihnen der Verkehr weiter rolle. „Dann wird das Einfahren in den fließenden Verkehr zu einer gefährlichen Sache“, so dass die Autobahnpolizei inzwischen auch Zivilfahnder im Verkehr mitrollen lässt, um solch rücksichtlosen Zeitgenossen das Handwerk zu legen.
Ganz abgesehen von dem hohen Risiko, das die Drängler mit ihrem Verhalten eingingen, geht Effinger davon aus, dass der Reiseverkehr sich selbst in Stoßzeiten bei einem frühzeitigen Einfädeln aller Autofahrer mehrere Minuten Wartezeit sparen könnte. Recht zufrieden ist Effinger indes mit dem Verhalten der Lastwagenfahrer am Stauende. Die Hinweise würden gut aufgenommen und nur selten seien hier noch Versuche zu beobachten, sich am Stau vorbei in den Zollhof zu drängeln – da habe sich die strikte Haltung, solche Fahrer zurück auf die Autobahn zu schicken, wo sie sich hinten am Stauende erneut anstellen müssten, ausgezahlt.
