Kurz nach 10 Uhr schreckte ein Feueralarm die Anwohner im Bereich der Grenzstraße, Ecke Obere Schanzstraße aus der Sonntagmorgenruhe. Aus dem Siloturm, in dem geschreddertes Holz gelagert und zur Beheizung des dazugehörigen Firmenareals genutzt wird, entwich Rauch, war der Polizei mitgeteilt worden, die sofort auch die Feuerwehr herbeirief.
Unter größter Vorsicht, da zunächst weder bekannt war, wie viel Material in dem Silo lagerte und man in dem Spänelager mit einer Staubexplosion hatte rechnen müssen, gelang es der Feuerwehr das Feuer zu löschen. Zuletzt räumte die Wehr mit Eimern und Schaufeln das Lager leer, schaffte das glimmende Sägemehl nach draußen und konnte gegen 15 Uhr den Einsatz beenden.
Die bittere Kälte, die den Einsatz erschwerte, hatte sich am Ende auch als hilfreich erwiesen: Um die Halle und die angrenzenden Wohnhäuser der ehemaligen Schreinerei Kunzweiler zu beheizen, war in den vergangenen Tagen und Wochen so viel Material benötigt worden, dass das Lager anders als erwartet, fast leer war. Vor knapp einem Jahr, im März 2011 hatte die Firma Carthartt die Schreinerei übernommen und nutzt sie für den Möbel und Messebau. Zuletzt am Freitag waren in der Anlage Paletten geschreddert und das Material in das Silo geblasen worden. Die Feuerwehr hält es für möglich, dass sich beim Schreddern Metall, wie etwa ein Nagel, der sich in den Paletten befand, derart erhitzt haben könnte, dass er den Brand auslöste. Bevor allerdings ein größerer Zugang zum Lager geöffnet werden konnte, war versucht worden, das Silo, in dessen inneren die Wärmebildkamera Glutnester von mehrere Quadratmeter Größe und einer Temperatur von über 150 Grand angezeigt hatte, herunterzukühlen. Hatte die Feuerwehr zunächst dafür die DSM-Werksfeuerwehr herbeigerufen, um mit deren Kohlendioxid-Löschfahrzeug, eine Staubexplosion ausschließen zu können, so musste man auf diese Hilfe zuletzt verzichten, nachdem offensichtlich wurde, dass das Silo zu wenig dicht gewesen wäre, um das Kohlendioxid aufzufangen.
Daraufhin wurde das Feuer mit einer speziellen Schaummischung erstickt und das Silo parallel mit Wasser gekühlt.
Bei Temperaturen von 10 Grad Minus hatte die Feuerwehr ihre Mühe damit, dass die Schläuche nicht einfroren und vor allem auf dem Wege keinen Eispritschen entstanden. „Wir haben versucht sehr umsichtig im dem Wasser umzugehen, damit wenig ausläuft und wir uns auf dem Eis nicht selbst in Gefahr bringen“, erklärte Stadtbrandmeister Klaus Gempp. Mit zusätzlichen Schläuchen, die direkt in die Kanalisation geleitete wurden, sorgte die Wehr dafür, dass das Wasser stets in Bewegung blieb. Helfer des Betriebshofs waren rasch mit Salz zur Stelle, um das Eis aufzutauen.
Über 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz und wurden von 27 DRK-Helfern versorgt. Unter anderem hatte das DRK ein Zelt aufgebaut, in dem sich die Männer nach dem Einsatz mit dem schweren Atemschutzgerät umziehen und aufwärmen konnten. Verletzt wurde niemand. Die Familie, die in der an das Silo angrenzenden Werkswohnung lebt, wurde vom Seniorchef, der den Rauch am Sonntagmorgen auch als erster entdeckt und gemeldet hatte, aufgenommen.