Es war der letzte Programmpunkt der Reise des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann bei seinem offiziellen Besuch des Landkreises Waldshut: Der Bürgerempfang in der Wehrer Stadthalle. Nach einigen einleitenden Worten von Landrat Tilman Bollacher und Wehrs Bürgermeister Michael Thater, sprach dann der Ministerpräsident selbst zu den Gästen in der gut besuchten Stadthalle. "Auch wenn es mir schwer gefallen ist, mich als Schwabe für das Badnerlied zu begeistern, so ist es mir als Ministerpräsident doch leicht gefallen", sagte der Landesvater und erntete dafür den ersten großen Applaus des Abends.
Es sollten weitere folgen, denn Kretschmann fand klare Worte und machte keine Versprechungen. "Die Autobahn wird nicht schnell kommen", betonte er beispielsweise hinsichtlich des großen Themas Verkehr. Groß sei die Zahl der Wünsche, die regelmäßig und in großer Zahl als ihn herangetragen werden, doch Kretschmann stellte klar: "Es müssen immer erst einmal die Finanzen stimmen." Das gelte auch für die Bildungspolitik. Ein weiteres zentrales Thema war mit der Suche der Schweizer nach einem Atom-Endlager gefunden und hier sicherte Kretschmann Unterstützung im rahmen seiner Möglichkeiten zu. Die seien freilich begrenzt, zumal Deutschland "erst mal die eigenen Hausaufgaben machen muss", sprich eine Lösung für den Atommüll zu finden. Doch der Kontakt mit der Schweiz bestehe und das insbesondere beim wohl größten Themenbereich des Abends: der Fluglärmdebatte.
Viele der Gäste - darunter Größen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch zahlreiche Bürger aus dem gesamten Landkreis - nutzten die Gelegenheit Fragen zu stellen, mit Kretschmann ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Im feierlichen Rahmen der Stadthalle fiel das Fazit der Gäste dann sehr positiv aus. Viel Lob gab es für den Auftritt des Ministerpräsidenten und seine deutlichen Stellungnahmen zu den Themen, die den Landkreis bewegen.