Wehr Schwerelos: Manuel und Florian Matt segeln 1030,7 Kilometer am Stück

Manuel und Florian Matt von der Segelsportgruppe Wehr haben in Spanien 1030,7 Kilometer am Stück zurückgelegt. Dafür brauchten die jungen Männer rund 9 Stunden. Mit welchen Schwierigkeiten sie kämpfen mussten, und welche Erfahrungen sie gemacht haben, lesen Sie hier:

Seit Jahren träumt Manuel Matt (29) von der Segelfluggruppe Wehr von einem Segelflug über eine Distanz von 1000 Kilometern in Europa. Am 23. Juli gelang es ihm und Florian Matt (17), ebenfalls Segelfluggruppe Wehr, sich diesen Traum in Spanien zu erfüllen. „In Spanien zu fliegen, ist wirklich ganz große klasse. Die schöne Gegend und die guten thermischen Verhältnisse lassen jedes Segelfliegerherz höher schlagen“, berichtet Matt aus Fuentemilanos.

Zuvor gelang es nur Peter Simon (Segelfluggruppe Dreiländereck) 1987 und Werner Wassmer (Segelfluggruppe Dreiländereck) ein Jahr später 1988, als Piloten der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald eine derart lange Strecke im Segelflug in Europa zu fliegen - beide sind im spanischen Campolara gestartet. Manuel Matt ist somit der dritte Pilot der Luftsportgemeinschaft, dem ein Flug über 1000 Kilometer in Europa gelungen ist – erstmals wurde ein Flug über 1000 Kilometer mit einem Hotzenwälder Vereinsflugzeug erflogen.

Um einen derartigen Flug durchführen zu können, muss alles stimmen. Die beiden Piloten gönnten sich am Tag vor dem Flug trotz guter Thermik einen Ruhetag, um sich völlig ausgeruht auf den bevorstehenden Tag mit sehr guter Wetterlage vorzubereiten. Die Tragflächen des Duo Discus der Segelfluggruppe Wehr wurden zusätzlich mit Wasser beladen – somit können höhere Schnittgeschwindigkeiten geflogen werden. Der Flugplatz in Fuentemilanos liegt nördlich der Bergkette Sierra de Guadarrama, die sich in der Mitte der Iberischen Halbinsel erstreckt.

Trotz idealer Bedingungen sind während des gesamten Flugs höchste Konzentration und Disziplin erforderlich – ein kleiner Fehler kann wertvolle Zeit kosten. Manuel und Florian Matt nutzten die neun Stunden zwischen Thermikbeginn und Thermikende und flogen mit einer Schnittgeschwindigkeit von 110,4 Stundenkilometern eine Strecke von 1030,7 Kilometern.

Manuel Matt beschreibt den Flug wie folgt: „Zu dem Flug selber könnte ich ein Buch schreiben. Es war fliegerisch eine meiner bisher größten Herausforderung. Mir wurde körperlich, fliegerisch und nervlich alles abverlangt. Wir hatten bei diesem Flug von allem etwas dabei. Schwache Thermik, starke Thermik, Überentwicklungen, Gewitter, Wolkenausbreitungen, Regen, hervorragende Konvergenzen, viel Wind, Wolkenthermik, Blauthermik, Hangwind, schwache Abendthermik, und vieles mehr. Dann ständig die Kontrolle auf dem Rechner, dass wir keinen Luftraum verletzen. Ich konnte von diesem Flug bis auf die allerletzten 20 Minuten, wo wir die Endanflughöhe sicher hatten, kein Stück genießen. Meine Nerven waren ständig angespannt. Die ganze Zeit musste ich so konzentriert fliegen, dass ich keinerlei Fehlentscheidungen traf, die mich entweder zeitlich zurückwarfen oder in Bodennähe brachten. Der ganze Flug war ein ständiger Kampf gegen die Uhr. Wahnsinn!“

Bisher ist es noch keinem Piloten gelungen, die 1000 Kilometer vom Hotzenwald aus zu fliegen. Einige Piloten glauben aber, dass dies mit den heutigen Flugzeugen möglich ist. Daher die alles entscheidende Frage: Wem gelingt es wohl als erstes, diese magische Grenze auch am Hotzenwald zu knacken?

 

Der Flug im Internet:

www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=4573289

 

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