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Wehr Predigt auf Alemannisch

18.01.2010


Wehr (kf) „Es freut mich, dass die Wehrer Narren auch fromm sein können“, erklärte Pfarrer Matthias Kirner am Samstag während seines Gottesdienstes in der Kirche St. Martin. Es war ein besonderer Gottesdienst, der von Hanni Abel, Vorsitzende der Wehrer Fröschezunft, angeregt wurde. Ein Narrengottesdienst, der ein wenig anders war, als man es von Gottesdiensten gewohnt ist. Zum einen war die Kirche voll, was man sonst eigentlich nur an Weihnachten oder Ostern oder vielleicht noch von großen Hochzeiten kennt. Zum anderen waren viele Teilnehmer im Fasnachtskostüm, allerdings ohne Maske erschienen. Und drittens waren die Lieder, die gesungen wurden, irgendwie fröhlicher als sonst üblich.

Nicht falsch verstehen, beim Narrengottesdienst handelte es sich nicht um die Parodie eines Gottesdienstes. Es war nur irgendwie gelöster als sonst. Pfarrer Kirner erntete für seine Predigt, die er auf alemannisch in gereimter Form hielt, sogar Lacher und Applaus. Etwa, als er feststellte, dass er in seinem grünen Messgewand beinahe als Froschkönig durchgehen würde. Gleich darauf stellte Kirner aber fest, dass das Grün seines Gewandes nichts mit der Fröschezunft zu tun hat, sondern mit der göttlichen Treue. „Gott begleitet uns in Glück und in Leid“, erklärte Kirner.

Der Narrengottesdienst in Wehr hatte also durchaus einen ernsten Hintergrund. Der Gospelchor „Happy People“ umrahmte den Gottesdienst mit Liedern wie „Oh happy day“ oder „Halelujah“, die Fürbitte wurde von Mitgliedern der Fröschezunft vorgetragen. Sie zeigten, dass sie in diesen Tagen nicht nur an die Fasnacht denken, auch wenn die natürlich direkt vor der Tür steht. So baten sie zum Beispiel für die Erdbebenopfer in Haiti um schnelle Hilfe.

„Das wird keine alberne Messe“, hatte Matthias Kirner im Vorfeld angekündigt. Wurde es auch nicht. Aber Spaß hat er gemacht, der Narrengottesdienst in Wehr. Geht es nach Hanni Abel, so wird dieser zu einem festen Bestandteil der Wehrer Fasnacht. Und auch Matthias Kirner scheint diesem Gedanken nicht abgeneigt zu sein. Nur wer eine Comedy-Veranstaltung erwartet, der geht besser zum Zunftabend als zum Narrengottesdienst.

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