Wehr Große Trauer um Inka Schaffmaier

Die bekannte Wehrer Fotografin und Künstlerin stirbt im Alter von 86 Jahren in ihrem Altersdomizil im Allgäu

Wehr trauert um Gisela "Inka" Schaffmaier-Ott. Die Wehrer Fotografin und Künstlerin starb am vergangenen Mittwoch im Alter von 86 Jahren im Allgäu, wo sie ihren Lebensabend verbracht hatte. Über viele Jahrzehnte engagierte sich Inka Schaffmaier im Wehrer Kulturbetrieb und hinterließ hier vielfältige Spuren: So sind im Stadtmuseum bis heute zahlreiche Fotografien zu sehen, die sie für die Stadt anfertigte. Mit ihrer Kamera dokumentierte sie über viele Jahre das Stadt- und Kulturgeschehen. Nicht minder beeindruckend ihr künstlerisches Werk, das sie in vielen Einzel-und Gruppenausstellungen präsentierte. Für ihre Fotografien inszenierte sie Gegenstände von kraftvoller Symbolik, wie Ginkoblätter, Rabenflügel und Blütenblätter als Metaphern für Leben, Tod und Vergänglichkeit. Doch noch wichtiger als die eigene Ausstellungen waren ihr die Kontakte mit anderen Kulturschaffenden. Der Austausch der Kreativität bereicherte stets beide Seiten – so wurde manche Einladung zum Nachmittagstee zur Geburtsstunde künftiger Kunstprojekte.

Ob Bildhauer-Symposien, Kunstausstellungen oder Konzerte: Wo Kultur war, war auch Inka Schaffmaier-Ott. Beim Verein Kunst+Diakonie, dem Trägerverein des „Öflinger Modells“ von Kunstpfarrer Paul Gräb, half sie im Hintergrund ebenso mit wie bei unzähligen Vernissagen in der städtischen Galerie im Alten Schloss.

In den ersten Jahren des Lothar-Späth-Förderpreises war sie eine unschätzbare ehrenamtliche Hilfe für Kulturamtsleiter Reinhard Valenta: Immer wieder mussten Bilder, die aus ganz Deutschland eingesandt worden waren, ausgepackt, katalogisiert, für die Jury vorbereitet, gerahmt und anschließend wieder verpackt und verschickt werden. Geboren wurde Gisela Schaffmaier-Ott in Stuttgart im Juli 1930, wo sie nach dem Krieg eine Ausbildung zur Fotografin absolvierte. „Inka“ – diesen Rufnamen, der ihr Markenzeichen wurde, hatte sie von ihrem Vater bekommen, der ein besonderes Faible für Indianervölker hatte. Mit ihrem Ehemann Kurt, der als Jurist bei der Ciba-Geigy angestellt war, kam sie in den 50er-Jahren nach Wehr. Doch die Rolle als Ehefrau und Mutter war ihr zu wenig: Mit einem Fotostudio in der Hauptstraße, dem Foto-Eck, macht sie sich selbständig. Ihr Herz gehörte der künstlerischen Fotografie, mit der sie ihre enorme Kreativität auslebte. Aus gesundheitlichen Gründen verließ Inka Schaffmaier Wehr vor einigen Jahren – schweren Herzens. Um in der Nähe der Familie einer ihrer beiden Töchter zu sein, zog sie ins Allgäu.

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