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Wehr Glanzvolles Konzert am Dreikönigstag

09.01.2012
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Organist Bernhard Marx begeistert mit Tompeter Andrei Kavalinski in der St. Martinskirche

Seit vielen Jahren hat sich in Wehr die Tradition der Dreikönigskonzerte etabliert, die auf diese so beliebte Kombination von Blechbläser- und Orgelmusik setzen. Als Organist war in diesem Jahr Bernhard Marx zu hören, der dem Wehrer Publikum von vielen Konzerten und als Sachverständiger bei der Anschaffung der neuen Orgel bekannt ist. Er trat zum zweiten Mal mit dem Trompeter Andrei Kavalinski auf.

Der Glanz und die Strahlkraft der Trompete, die den barocken Theoretikern als „herrschaftliches Instrument“ galt, und die barocken Kompositionen mit ihrem Affektausdruck, den virtuosen Figuren, in denen die Solisten ihre Spiel- und Zierfreude ausleben dürfen, lockten auch in diesem Jahr zahlreiche Besucher in die St.-Martins-Kirche. Klangprächtig war die „Symphonie du Te Deum“ aus Delalandes „Concert de Trompettes“, galant das Menuett, in dem die Orgel ihre Flötenregister vorstellte. Im Grave-Satz aus Corellis Sonata A-Dur kamen die sanglichen Qualitäten der Trompete zum Ausdruck, im Adagio herrschte der Affekt der Trauer vor, während sich die Läufe von Orgel und Trompete in den schnellen Sätzen in inspirierte Zwiegespräche verwickelten. Dank der ausgezeichneten Solisten war es ein ungetrübter Hörgenuss. Kavalinski traf die Töne stets tadellos, mit scheinbarer Mühelosigkeit und vernuschelte selbst in straffen Tempi kein Detail. Ein Höhepunkt war die Bearbeitung des Air-Satzes aus Bachs Orchestersuite D-Dur. Der Trompeter entfaltete eine wunderschöne schwebende Kantilene von einer Weichheit des Tons, die die Härte des Metalls vergessen machte.

Ein Vorläufer und Vorbild für Bach war Dietrich Buxtehude, von dem Bernhard Marx das Präludium in g-moll spielte: Ein majestätisches, wirkungsvolles Werk, das durch die Strenge der Form und die Tongebirge, die sich auf die Basstimme türmten, beeindruckte.

Auch die zeitgenössische Musik kam in Gestalt eines ihrer bekanntesten Vertreters zu ihrem Recht. In Hans Werner Henzes Sonatina für Solotrompete bestach die Toccata durch ihre Dreiklangsbrechungen und den gewollt nervösen Duktus, während Andrei Kavalinski im „Canzone“-Satz durch „Stopfen“ des Schalltrichters mit den Klangfarben experimentierte. Dass Bernhard Marx auch Sinn für schwungvolle und humoristische Kompositionen hat, zeigte er in Eugène Gigouts virtuoser Rhapsodie über französische Weihnachtslieder, in der er räumliche Wirkungen erzielte. Das Lied „Venite, adoremus“ erklang erst leise und dezent, wie aus weiter Ferne, und schwoll immer mehr zu einem grandiosen Forte an. Mit zwei Zugaben bedankte sich das Duo für den Beifall.

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