Wehr Familie Fetscher in der Kulturscheune: Zähne fletschen auf Schopfheimer Art

Bissig, scharf gewürzt und originell hat die Comedy-Familie Fetscher aus Schopfheim in Brandls Kulturscheune auf das lokale und internationale Geschehen geblickt. Wer dabei daran glauben musste, erfahren Sie hier.

Wehr (ebr) Let's F(l)etsch – hieß es am Samstagabend mit "Zähnef(l)etschereien" in Brandls ausverkaufter Kulturscheune im Enkendorf. Aber Dank des lauen Sommerabends konnte auch noch weit ins Freie hinaus gestuhlt werden. Die Comedy-Familie Fetscher aus Schopfheim mit Vater Reinhold und seinen Töchtern Jennifer und Jessica servierte allerlei sati(e)rische Ansichten aus der internationalen Politik und Lokalkolorit. Manchmal scharf gewürzt und musikalisch abgeschmeckt bot das Ensemble ein facettenreiches eineinhalbstündiges Programm – aktuell und originell.

Aus dem "Kaff der guten Hoffnung" (Schopfheim) kämen sie, machte Reinhold Fetscher Seitenhiebe auf die Probleme in der Markgrafenstadt. Oder auf die teils skurrilen Diskussionen um ein Zentralklinikum im Kreis Lörrach. "Warum die Bewertungsmatrix so heißt?", fragte das Trio und gab die Antwort hinterher: "Weil man mit der Bewertung auch mal tricksen kann" – und vor lauter Standortfrage würden man die ärztliche Krankenversorgung vergessen. Natürlich bekam auch die Standortfrage am Hochrhein ihr Fett weg: "Hier müsse man noch so lange warten bis auch der letzte Arzt nicht mehr kommt." Auch über die Zukunft der Telemedizin wusste das Trio schon Neues zu berichten, Urinproben würden bald per Fax als "Pipifax" versendet.

Reimend und singend stellte Tochter Jennifer die alte Diskussion um den proportionalen Redeanteil von Frau und Mann klar: "Wir Frauen reden doppelt so viel, weil wir euch Männern alles zweimal sagen müssen". Reinhold Fetschers ironische Selbstbetrachtung wechselten sich mit musikalischen und theatralen Sketchen seiner Töchter ab. Ob als verklemmte Singles auf Partnersuche oder bissige Musikantenstadl- und überspitze Talkshow-Moderatorinnen stellten die Töchter fest: "Je höher die Absätze, desto kürzer die Hauptsätze." Brillant Jennifer Fetscher mit ihrer "Talkshow", in der sie Heidi Klum, Oliver Kahn, Rainer Calmund zum Thema Essen parodierte.

Mit einem gehörigen Schuss Humor, satirisch gepfeffert, aber nie versalzen, wurden auch Trump, Merkel und der englische Brexit "auf die Schippe" genommen. Und: "Winfried Kretschmann würde die Grünen inzwischen so schwarz machen, dass selbst die Kanzlerin Rot wird", meinte Fetscher. Und zum Schluss noch eine Hommage an den Freistaat Enkendorf mit dem Lied "Enkendorf du bist schön – schöner noch als Wehr". Und ein Hoch auf den Gastgeber und Veranstalter Klaus Brandl durfte auch nicht fehlen: was für Berlin das Brandenburger Tor sei – ist für Enkendorf das "Brandlburger Tor".

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