Wehr Das Wehratal bietet schon in der Steinzeit einen geschützten Siedlungsraum

Ortsjubiläum 925 Jahre Wehr: Die Ältesten Spuren im Wehratal datieren aus der Steinzeit. Kelten fallen um 500 vor Christus ein, hinterlassen aber nur wenige Zeugnisse ihrer Existenz.

Schon 925 Jahre datiert die erste urkundliche Erwähnung Wehrs zurück. Doch schon in der Steinzeit lockte das geschützt liegende Wehratal Menschen an den Hochrhein. Damals zogen die frühen Menschen noch als nomadische Jäger durch die damals steppige Landschaft. Rentiere lieferten Nahrung sowie Horn und Knochen für feinere Werkzeuge. Funde primitiver Werkzeuge aus dieser Zeit am Humbel und Lachengraben stammen aus der Zeit von 7000 vor Christus.

<strong>Handwerklich:</strong> Mit einer Handspindel aus Stab und Spinnwirtel als Schwungmasse konnten Fasern versponnen werden. Dieser Spinnwirtel aus der Jungsteinzeit wurde im Gewann Weckersmatt gefunden.
Handwerklich: Mit einer Handspindel aus Stab und Spinnwirtel als Schwungmasse konnten Fasern versponnen werden. Dieser Spinnwirtel aus der Jungsteinzeit wurde im Gewann Weckersmatt gefunden. | Bild: Julia Becker

Als dann die Gletscher der Eiszeit zurückwichen, fanden die frühen Menschen am Ausgang des vorderen Wehratals und am Rhein gute Lebensbedingungen vor: trockene Siedlungsplätze, die hoch über den sumpfigen Talniederungen lagen, Trinkwasser und reichlich Wild. Schon bald bevölkerten sie die Wälder an den beiden Talrändern und stellten hier Werkzeuge aus dem am Dinkelberg häufig zu findenden Hornstein her. Die älteste sicher bezeugte Siedlung ist die Röthekopfsiedlung zwischen Wehr und Bad Säckingen. Begünstigt durch die Rheinfurt zwischen Brennet und Wallbach entstand hier zwischen 6400 und 5000 vor Christus eine der bedeutendsten jungsteinzeitlichen Siedlungen des Oberrheins.

Zahlreiche Werkzeugfunde und auch die großen Ritualsteine, wie etwa der Heidenstein in Schwörstadt, zeugen von der damals schon reichen Kultur. Schädelfunde aus diesem Bereich erzählen etwa von eigentümlichen Bestattungsriten des Jungpaläolithikums: Mit Rötel, einem roten Ocker, eingerieben, bestatte man die Schädelteile Verstorbener auf dieser Anhöhe. Zu Ackerbau und Viehzucht kam bald die Fähigkeit, verschiedene Metalle zu verarbeiten. Gelebt wurde in dieser Zeit, vermutlich sogar bis in die Römerzeit hinein, in einfachen Wohngruben. Diese reichten etwa fünf bis sechs Meter in den Boden hinein und besaßen neben einer tiefer liegenden Feuerstelle eine höher liegende Schlafstelle. Dazu kamen zusätzliche Räume für Vorräte und Vieh. Vor dem Wetter schütze ein auf den Erdboden aufliegendes Dach, ein Wall aus Steinen hielt Feinde ab.

<strong>Ausgefeilt:</strong> Mit diesen fein gearbeiteten Pfeilen bewaffnet, ging man in der Jungsteinzeit auf die Jagd.
Ausgefeilt: Mit diesen fein gearbeiteten Pfeilen bewaffnet, ging man in der Jungsteinzeit auf die Jagd. | Bild: Julia Becker

Doch die florierende Region weckte schließlich Begehrlichkeiten: Um 500 vor Christus fielen die kriegerischen Kelten ein und unterwarfen die Bevölkerung. Das bis heute sagenumwobene Volk prägte die Region maßgeblich. Spuren der keltischen Stämme der Helvetier und Rauriker finden sich bis heute: Rhein und Laufenburg, Lörrach und Säckingen tragen in ihrem Namen noch heute den Stempel der damaligen Eroberer. Ansonsten hinterließen die Kelten wenig Spuren, nur einige Münzfunde auf dem Dinkelberg und ein vermutetes keltisches Grab auf dem Kirchbühl bei Brennet belegen diese letzte Phase der vorrömischen Zeit.

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