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Wehr Caritas-Sozialstation St. Martin und Kooperationspartner ziehen Bilanz

Die Gemeinden unterstützten die Pflegearbeit im vergangenen Jahr mit fast 100 000 Euro. Wichtig sei es, den Zeitdruck bei den Mitarbeitern etwas herauszunehmen, so Geschäftsbereichsleiter Martin Schwander.

Öflingen – Zeit ist Geld – das gilt nicht nur, aber ganz besonders auch für Pflegedienste. Die Caritas Sozialstationen Hochrhein GmbH versucht tagtäglich den Spagat zwischen Kostendruck und kirchlichem Auftrag hinzubekommen. Am Mittwoch trafen sich die Vertreter der Sozialstation St. Martin und ihrer Kooperationspartner im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Brennet AG in Öflingen, um Bilanz zu ziehen über das vergangene Jahr.

Im Mittelpunkt steht der Mensch bei den Sozialstationen der Caritas. Das bedeutet, wer Hilfe benötigt, der bekommt auch Hilfe. Klingt erstmal logisch, ist im Bereich der häuslichen Pflege aber längst nicht selbstverständlich. Private Pflegedienstleister kommen nur, wenn sich der Aufwand der Pflege für sie rechnet. Das klingt wiederum herzlos, aber natürlich haben diese Dienstleister auch eine Verantwortung ihren Mitarbeitern gegenüber. Und wenn die Kosten höher sind als die Einnahmen, bedeutet dies, dass Arbeitsplätze und sogar das ganze Unternehmen in Gefahr sind.

Die Sozialstationen der Caritas Hochrhein GmbH wollen keinem die Hilfe verwehren, das gebietet schon der kirchliche Hintergrund, wie Geschäftsbereichsleiter Martin Schwander während des Treffens deutlich machte. Mehrere Faktoren machen es für die Sozialstationen der Caritas allerdings auch etwas einfacher, als es private Pflegedienstleister haben. Zum einen werden sie von den Kommunen unterstützt, in denen sie tätig sind. Für die Sozialstation St.

 Martin sind dies die Städte Bad Säckingen und Wehr, sowie die drei Hotzenwaldgemeinden Rickenbach, Herrischried und Görwihl. Sowohl die politischen Gemeinden als auch die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden unterstützten die Sozialstation im vergangenen Jahr mit annähernd 100 000 Euro.

Durch die Kooperation mit den Einrichtungen „Hand in Hand“ in Bad Säckingen, „Miteinander Füreinander“ in Wehr und der „Sozialen Börse“ in Görwihl können zudem Leistungen erbracht werden, für die die Pflegefachkräfte der Sozialstation nicht wirklich Zeit haben. Zuhören, helfen, da sein – diese drei Schlagworte haben sich die Mitarbeiter dieser Einrichtungen auf die Fahne geschrieben. Es sei enorm wichtig, dass Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen und dementsprechend gehandelt werde, mahnte die Pflegedienstleiterin Ulrike Weißensee-Maisl an.

Zeit ist Geld gilt aber nach wie vor auch für die Sozialstationen der Caritas Hochrhein GmbH. Allerdings sei es in Verhandlungen mit den Krankenkassen gelungen, den Zeitdruck anzuhalten und das Rad sogar ein wenig zurückzudrehen, berichtete Schwander. Sozialstationen müssen sich nicht unbedingt nach den gesetzlichen Vorgaben richten, sondern können auch direkt mit den Kassen verhandeln. Genau dies machte die Caritas Sozialstationen Hochrhein GmbH – mit Erfolg. Schwander beschreibt das Verhältnis zu den Krankenkassen inzwischen ebenfalls als sehr kooperativ und konstruktiv.

Den Zeitdruck mindern, bedeutet auch, die Mitarbeiter weniger zu verschleißen. Laut Statistik arbeitet eine Pflegekraft heutzutage durchschnittlich zehn Jahre in ihrem Beruf. Diesem Trend möchte die Caritas entgegenwirken. Mitarbeiter sollen Perspektiven aufgezeigt und ein Umfeld geschaffen werden, in dem sie gerne arbeiten und sich nicht als Maschine fühlen müssen.

Aktuell werden die 41,5 Stellen bei St. Martin von 91 Mitarbeitern besetzt, so Weißensee-Maisl. Den größten Teil machten immer noch Frauen aus, die Zahl der Männer sei jedoch steigend. Ein großes Problem sei es inzwischen, Auszubildende für Pflegeberufe zu finden, da diese Berufe bei Jugendlichen als nicht besonders attraktiv gelten.

Sozialstation St. Martin

Die Sozialstation St. Martin gehört zur Caritas Sozialstationen Hochrhein GmbH. 41,5 Stellen werden aktuell von 91 Teil- und Vollzeitkräften besetzt. Sie fuhren mit den 22 Autos der Sozialstation im vergangenen Jahr 308 000 Kilometer und versorgten dabei rund 450 Patienten pro Tag.

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