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Wehr Burgensymposium findet große Beachtung

Mittelalterliche Anlagen am Hochrhein im Blick von Geschichtswissenschaftlern und Archäologen

Die Stadt Wehr war am vergangenen Samstag mit ihren zwei Burgruinen Anziehungspunkt für viele Burgenfans Südbadens und der deutschsprachigen Schweiz. Bereits als Bürgermeister Michael Thater und David Wälchli, der Präsident der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, um neun Uhr das Symposium „Burgen am Hochrhein“ eröffneten, waren die Plätze in der Stadthalle zu zwei Drittel gefüllt. Bei seiner Vorstellung des Programms der Burgen-Tagung lobte der Mittelalter-Historiker Thomas Zotz, der auch für das Historische Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sprach, das Engagement der Stadt Wehr. Insbesondere hob er die fachliche Leistung des Wehrer Kulturamtsleiters und studierten Historikers Reinhard Valenta hervor, „ohne den es das Symposium so nicht gegeben hätte“.

Das Publikum erlebte ein inhaltlich prall gefülltes Programm. Die Mischung aus Geschichtswissenschaft und Archäologie war so gelungen, dass es den Gästen, unter denen sich auch viele Vertreter der Burgenvereine der Schweiz und Südbadens befanden, nie langweilig wurde.

Alfons Zetter (TU Dortmund), Peter Frey (Kantonsarchäologie Aarau), Reto Marti (Kantonsarchäologie Baselland) und Eva-Maria Butz (TU Dortmund) präsentierten am Vormittag die Burgen um Rheinfelden sowie „Burgen ohne Turm“ im Fricktal und Umgebung. Faszinierend ist die Grabungsgeschichte der Burg Altenberg, die einzigartige Befunde erbrachte. Konkrete Einblicke in die Raumnutzung mittelalterlicher Anlagen erhielt das Publikum auch. Etwa hinsichtlich der Frage, wo die hohen Herrschaften gewisse „Geschäfte“ verrichteten oder wie es um die Intimität der Kemenate wirklich bestellt war.

Perfekt war die kurze Mittagspause von der Wehrer Schlossgeisterzunft organisiert worden. Den Gästen wurde eine köstliche Speisekarte angeboten. Für reichlich Kaffee und Kuchen war ebenfalls gesorgt, so dass der straffe Zeitplan eingehalten wurde.

Um Punkt 14 Uhr übergab Thomas Zotz die Moderation an den Schweizer Archäologen Peter Frey. Martin Strotz (Tübingen), Erik Beck (TU Dortmund) und Andre Gutmann (Freiburg) sprachen über die Wehrer Burgen Bärenfels und Werrach sowie über die Burg Wieladingen. Nun war die Stadthalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Vor allem die Wehrer Burgenfans freuten sich über neue Erkenntnisse, beispielsweise dass die Bärenfels erst nach dem Abzug des Klosters Klingental nach Basel vom Säckinger Bürger Fasold erbaut wurde. Thomas Zotz (Freiburg) und Christoph Reding (Kantonsarchäologie Aarau) rundeten mit Bezügen zu Rötteln und Aussagen über das spätere Schicksal der Bur gen im Fricktal die Tagung ab.


Burgenvorträge

Drei weitere Burgenvorträge finden ab Donnerstag, 27. November, jeweils Donnerstag, um 20 Uhr in Frick im Kornhauskeller statt: 27. November: Thomas Zotz, Die Burg Rötteln; 4. Dezember, Andre Gutmann, Die Burgen Wieladingen, Hauenstein und Rheinsberg und 11. Dezember, Erick Beck/Martin Strotz, Die Burgen Bärenfels und Werrach. Der Eintritt ist frei.

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